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Wissen Zeitumstellung 2019: Wann müssen die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden
Nachrichten Wissen Zeitumstellung 2019: Wann müssen die Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden
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10:42 16.03.2019
Die Sommerzeit kommt: Am 31. März werden die Uhren von zwei Uhr auf drei Uhr umgestellt. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Hannover

Am 31. März 2019 wird wieder an der Uhr gedreht: Um zwei Uhr nachts wird die Zeit um eine Stunde auf drei Uhr vorgestellt. Mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit werden die Tage im Frühjahr und Sommer länger hell, jedoch geht auch eine Stunde (Schlaf) verloren. Das stößt auf viel Kritik, weil es die Gesundheit beeinträchtigen und den inneren Rhythmus durcheinanderbringen kann. In der EU wird eine Abschaffung deshalb heiß diskutiert.

Zeitumstellung im März 2019: Die Fakten im Überblick

In der Nacht zum 31. März 2019 müssen die Uhren von Winterzeit auf Sommerzeit, also von zwei Uhr nachts auf drei Uhr nachts, umgestellt werden. • Dadurch geht eine Stunde verloren, dafür werden die Tage länger hell. • Analoge Uhren müssen manuell umgestellt werden, bei Funkuhren und den meisten Smartphones wird die Zeit hingegen automatisch angepasst.

Müssen Uhren auf Sommerzeit umgestellt werden?

Heutzutage stellen viele Uhren die Zeit automatisch um. Wer beispielsweise Funkuhren zuhause hat, muss nicht eingreifen: Die Zeit wird durch ein Signal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig von zwei Uhr auf drei Uhr umgestellt. Auch bei Smartphones wie iPhones oder Android-Geräten erfolgt die Zeitumstellung in der Regel automatisch, aber nur, wenn Sie die entsprechenden Funktionen aktiviert haben.

Automatische Zeitumstellung auf Smartphones aktivieren

Android: Auf „Einstellungen“ gehen und „allgemeine Verwaltung“ antippen. Bei „Datum & Uhrzeit“ kann man „Autom. Datum/Uhrzeit“ aktivieren.

iPhone: „Einstellungen“ öffnen. Dann auf „Allgemein“ klicken und im Menü „Datum & Uhrzeit“ die Option „Automatisch einstellen“ aktivieren.

Windows Phone: Zunächst „Einstellungen“ öffnen“. Dann tippt man auf die Option „Datum und Uhrzeit“. Anschließend „Uhrzeit“ auswählen und dort die Option „Automatische Zeitumstellung“ aktivieren.

Analoge Uhren müssen hingegen manuell umgestellt werden. Auch bei digitalen Uhren müssen Sie die Zeit von Hand anpassen, wenn diese nicht durch Funk gesteuert oder mit dem Internet verbunden sind.

Wieso gibt es die Zeitumstellung?

Zwischen 1950 und 1980 gab es in Deutschland keine Zeitumstellung. Was heute Winterzeit genannt wird, hieß damals Standardzeit. Die Sommerzeit wurde in der Bundesrepublik Deutschland erst 1980 eingeführt, nachdem sich Frankreich vier Jahre zuvor im Zuge der Ölkrise aus energiepolitischen Gründen für die Zeitumstellung entschied. Die Idee dahinter war, durch mehr Tageslicht im Sommer weniger Energie zu verbrauchen.

Viele Mitgliedstaaten aus der EU zogen aus wirtschaftlichen Gründen nach. Die Zeitumstellung in der BRD wurde auch aufgrund der Teilung in West und Ost beschlossen: Nachdem die DDR 1979 die Sommer- und Winterzeit einführte, wollte man in dem ohnehin geteilten Land eine unterschiedliche Zeit vermeiden. Seit 1996 wird die Zeit innerhalb der EU in allen Mitgliedstaaten einheitlich umgestellt – und zwar jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober um eine Stunde vor- oder zurück.

Welche Vorteile hat die Umstellung auf Sommerzeit?

Eine schwierige Frage, denn die vermeintlichen Vorteile der Zeitumstellung werden heftig diskutiert. Studien konnten nicht belegen, dass weniger Energie durch die Umstellung auf Sommerzeit verbraucht wird. Denn durch die Winterzeit wird der ohnehin schon minimale Einspareffekt wieder aufgehoben, da in den Morgenstunden früher geheizt wird. Menschen und Sportler, die gerne im Freien aktiv sind, spielen die längeren Tage jedoch in die Karten: In den Frühlings- und Sommermonaten können sie das Tageslicht auch in den späteren Stunden nach der Arbeit nutzen.

Welche Nachteile hat die Zeitumstellung für den Rhythmus?

Von Schlaf- bis hin zu Konzentrationsstörungen und Erschöpfung: Die Zeitumstellung kann eine Reihe an negativen Auswirkungen für die Gesundheit haben. Studien der EU-Kommission zeigten, dass der Effekt auf den Biorhythmus des Menschen größer sein könnte, als bisher vermutet. Der Körper kann sich nicht so leicht an die Umstellung gewöhnen und reagiert mit Symptomen wie Kopfschmerzen und Einschlafstörungen. Besonders bei der Umstellung auf die Sommerzeit werden die gesundheitlichen Folgen von Wissenschaftlern und Medizinern höher eingeschätzt, weil der Bevölkerung dann eine Stunde fehlt.

In der Landwirtschaft kann sich die Zeitumstellung auch negativ auswirken. Denn auch die innere Uhr der Tiere wird durch das Anpassen der Uhrzeit durcheinandergebracht, da sich die Fütterungszeiten oder das morgendliche Melken von Kühen um eine Stunde verändert.

Wird die Zeitumstellung abgeschafft?

Zumindest spricht sich die Mehrheit der EU-Bürger dafür aus: In einer Umfrage der EU gaben 84 Prozent der Befragten (wovon die meisten aus Deutschland und Österreich kamen) an, die Zeitumstellung abschaffen zu wollen. Ursprünglich wollte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude-Juncker auf die Befragung reagieren und die Mitgliedsstaaten am 1. April 2019 darüber abstimmen lassen. Dann wäre der 31. März 2019 womöglich die letzte Zeitumstellung gewesen.

Doch der Plan von Juncker scheiterte: Die EU-Mitgliedsstaaten lehnten ihn ab, weil sie mehr Zeit für die Umsetzung des Vorhabens haben wollten. Somit könnte die Abschaffung der Zeitumstellung nach jetzigem Stand frühestens im Jahr 2021 erfolgen. Nach wie vor stellt sich aber die Frage, ob überhaupt wieder zur Normalzeit zurückgekehrt wird. Nur Finnland und die baltischen Staaten haben sich bislang klar für die Abschaffung der Zeitumstellung positioniert. In Deutschland gibt es eine deutliche Mehrheit – darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel –, die sich für den Erhalt der Sommerzeit ausgesprochen haben.

Von RND/bk

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