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Wissen „Wir waren die Last-Parents-Standing“
Nachrichten Wissen „Wir waren die Last-Parents-Standing“
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15:59 23.11.2017
Die Bloggerin, Poetry-Slammerin und Moderatorin Ninia LaGrande schreibt an dieser Stelle regelmäßig über die herausfordernden Momente des Mutter-Daseins. Quelle: gpt
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Hannover

Hatschi! Es ist so weit. Der Mann ist eigentlich nie krank. Viren scheinen an ihm abzuprallen. Ich bin einmal im Jahr krank. Immer im Dezember. Meine Ärztin nennt es meine Jahresend-Erkältung. Die Erschöpfung kommt dann durch, sagt sie. Ich häufe ganz viel Erschöpfung im Laufe des Jahres an und dann breche sie durch. Aber jetzt ist alles anders. Jetzt haben wir ein Kind.

„Wenn das unser Immunsystem geerbt hat, ist es nie krank“, hat der Mann immer getönt. Alle Eltern um uns herum sind dem Herbst zum Opfer gefallen. Wir waren die Last-Parents-Standing. Unser Kind wird nicht krank! Aber auch das Baby mit den besten Anlagen kann sich nicht vor Schnupfen schützen. Jetzt schläft neben mir ein kleiner Rotzhaufen, der sich nachts unruhig herumwälzt, angestrengt jammert und ständig schnarcht. Ich spreche vom Baby. Der Mann schläft im Gästezimmer, weil zumindest einer durchschlafen muss, um wieder fit zu werden. Es ist ein böser Teufelskreis. Immer wenn man denkt, jetzt ist einer von uns über den Berg, der hat es geschafft, steckt er sich wieder bei einem der restlichen Personen in dieser Wohnung an und der Spaß geht von vorne los. Das Kind ist inzwischen quasi leck. Unten verliert es sowieso unkontrolliert Flüssigkeit. Oben sabbert es jetzt nicht nur sein Kinn und seine Brust voll, sondern der Rotz läuft aus der Nase über den Mund und am Ende weiß niemand mehr, welche Flüssigkeit welche ist. Will man auch nicht wissen. Nase putzen findet das Kind ungefähr so gut wie Jacke anziehen. Also gar nicht. Und so versuche ich den ganzen Tag das Schlimmste zu verhindern und dem Kind zu erklären, dass Schlaf gerade bei Erkältung eine tolle Sache ist.

Nachts denke ich daran, dass es wirklich unpraktisch wäre, wenn ich laut husten müsste, und wie von Zauberhand kratzt es in meinem Hals und ich muss schnell aufstehen, ins Wohnzimmer laufen, husten, was trinken und mich wieder hinlegen. Ich lutsche ein Bonbon nach dem anderen und traue mich dann nicht zu schlafen, weil ich Angst habe, an den Bonbons zu ersticken. Demnächst bestelle ich im Netz so ein Quarantäne-Zelt und dann mummeln wir uns ein, bis das Kind seine Nase selbst putzen kann. Oder zumindest bis wir alle wieder gesund sind.

Mehr von unserer Autorin lesen Sie auf: http://ninialagrande.blogspot.de/

Von Ninia LaGrande/RND

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