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Genau kontrollieren: Um Kopfläuse und ihre Eier zu finden, werden die Haare am besten sorgfältig mit einem Nissenkamm gekämmt.

Genau kontrollieren: Um Kopfläuse und ihre Eier zu finden, werden die Haare am besten sorgfältig mit einem Nissenkamm gekämmt.
© picture alliance / dpa-tmn

Apotheker räumt mit Mythen auf

Was tun bei Läusen? Das rät ein Experte

Viele Eltern stöhnen bei diesem Thema auf: lästige Läuse. In diesen Tagen breiten sich die kleinen Tierchen wieder auf vielen Kinderköpfen aus. Im Interview räumt ein Experte mit Mythen auf und gibt Tipps zur Behandlung.

Potsdam. Läusezettel hängen wieder an einigen Schulen und Kitags. Für die Bekämpfung sind die Eltern zuständig, die Schule gibt nur Empfehlungen. Im Interview gibt Apotheker Timm Koedel gibt Eltern Tipps, was gegen die Läuse hilft.

Wie kommt die Laus auf den Kopf des Kindes oder auf meinen?

Die kann nicht springen wie der Floh; die krabbelt, aber das sehr flink. Wenn zwei Köpfe sich berühren, einer die Mütze des anderen aufsetzt oder zwei nacheinander dieselbe Haarbürste benutzen, kann sie von Kopf zu Kopf wechseln. Auch die Matte im Sportunterricht fördert die Verbreitung. Die Laus braucht die Wärme des Kopfes und alle drei bis sechs Stunden eine Blut-Mahlzeit, sonst stirbt sie. Auf Kissen, Decken oder gar Möbeln kann sie nicht leben.

Wie lange lebt sie auf dem Kopf?

Solange sie da Blut bekommt und sich vermehren kann; die Vermehrung muss man stoppen.

Was ist das beste Gegenmittel?

Da wird viel gestritten, und es gibt mehr als 20 Läusemittel. Shampoos mit chemischer Wirkung können Läuse töten, wirken bei manchem aber allergisch. Die mit physikalischer Wirkung sind oft besser: Öle umschließen die Laus und ersticken sie, die Nissen auch. Das nasse Auskämmen mit einem Nissenkamm im shampoonierten Haar ist ein absolutes Muss; da erfasst man sogar die Eier. Haare waschen allein hilft nicht.

Muss man Jacken und Hosen, Kissen, Decken, Kuscheltiere heiß waschen?

Man kann; das Robert-Koch-Institut empfiehlt es. Nur kann die Laus ohne frisches Blut alle paar Stunden sowieso nicht leben. Ohne den Kopf des Menschen wird sie zu schwach zum Überleben. Sie hat keine Lust, den Kopf zu verlassen und würde alles tun, schnell wieder rauf zu kommen.

Die Mütze ins Gefrierfach? Die Sachen in den Plastiksack, Luft rausdrücken, Beutel zuknoten?

Geht alles, und es tötet die Laus auch. Aber wie gesagt, ohne neues Blut geht sie sowieso ein. Man könnte die Mütze auch einfach eine Weile nicht benutzen.

Was mache ich mit der Couch, dem Teppich, den Gardinen?

Nichts. Es gibt allerdings Sprays gegen Flöhe, Läuse, Milben. Aber die Läuse leben ja nicht auf Textilien.

Was soll man also tun?

Schnell handeln. Das Haar mit einen zugelassenen Läusemittel waschen oder tränken, am besten von einem bekannten Hersteller, denn der hat das getestet. Das Auskämmen mit einem Nissenkamm funktioniert am besten im shampoonierten Haar; das gleitet besser. Nach fünf Tagen noch mal nass auskämmen, nach acht bis zehn Tagen ein zweites Mal mit Läusemittel behandeln, um alle Nissen zu erwischen, die den ersten Angriff vielleicht überlebten.

Von Rainer Schüler/RND


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