Navigation:
Als Zombies verkleidete Teilnehmer des „Zombie Walk 2017“ in Sitges Spanien.

Als Zombies verkleidete Teilnehmer des „Zombie Walk 2017“ in Sitges Spanien.
© dpa

Chemie der Angst

Was bei Grusel und Horror im Gehirn passiert

An Halloween ziehen sie wieder durch die Straßen: Unheimliche Clowns, Vampire und Zombies. Aber was passiert eigentlich in unserem Gehirn, wenn wir uns gruseln? Ein Blick ins „Haunted House“ unserer Gefühle und Wahrnehmungen.

Washington. Das Angstzentrum: Ein markerschütternder Schrei, ein heranfliegender Stein – Menschen reagieren instinktiv auf potenzielle Bedrohungen, ducken sich weg, schützen den Kopf mit den Armen. Hierbei hilft die Amygdala, das aus einem Bündel Neuronen bestehende, mandelförmige Angstzentrum über dem Stammhirn. Sofort nach dem Eintreffen der sensorischen Reize im Thalamus gelangen sie an die Amygdala und werden von dort aus weitergeleitet – auf zweierlei Wegen.

Der schnellere der beiden Wege funktioniert wie der Bewegungsmelder einer Alarmanlage und setzt spontan Reaktionen im ganzen Körper in Gang. Erstarren, Fliehen oder Kämpfen sind die Optionen, die je nach Bedrohung folgen. Und zwar noch bevor beispielsweise der heranfliegende Stein genau identifiziert wird.

Der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller

Das Signal der Sinnesreize gelangt aber auch über einen Sekunden-Bruchteile langsameren „Umweg“ zum sensorischen Kortex. Dieser Hirnbereich verschafft ein einordnendes, klareres Bild über die potenzielle Bedrohung – und verstärkt dann die Abwehrreaktion oder entlarvt sie als Fehlalarm.

Dabei betont der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux, Angst beim Menschen sei mehr als das Empfinden von Bedrohung. „Angst ist ein Konzept, nicht ein 'Ding' im Gehirn.“ Die Chemie der Angst: Die Erwartung, dass uns Schlimmes zustoßen kann, setzt eine chemische Kaskade in Gang. Vor allem über den Botenstoff Glutamat werden Alarmsignale in andere Hirnteile wie den Hypothalamus und dann in den Körper gestreut. Das Nebennierenmark stößt große Mengen des aufputschenden Stresshormons Adrenalin aus, der Blutzuckerspiegel steigt, das Herz schlägt schneller und die Handinnenflächen werden feucht.

Bleibt das Schlimmste dann aber aus, strömt das beruhigende Wohlfühlhormon Endorphin durch den Körper. Dieser Hormonmix ist es wohl auch, den viele Menschen am Grusel-Gefühl mögen – denn er kann selbst bei der Gespensterstory vor dem Kamin einsetzen.

Die Untoten kommen

Die Untoten kommen: Der „Zombie Walk“ in Spanien.

Quelle: dpa

Hitliste der Alpträume, die manche Menschen immer wieder verfolgen: Kinder träumen am häufigsten von Aggression und Gewalt (45 Prozent), Unfällen (29), Verfolgungsjagden (23) und Katastrophen (4). Erwachsene erleben immer wieder Alpträume von Flucht und Verfolgungsjagden (26 Prozent), Gewalt (20), Körperanomalien (17) und Misserfolgen (7). Wiederkehrende Träume mit positiven Themen haben Mädchen und Frauen wesentlich häufiger als Jungen und Männer.

Gespenster-Illusion: Manche Geistererscheinung ist auch schlicht eine optische Täuschung. Wer 30 Sekunden auf das grafische Bild eines Totenkopfs starrt und danach auf eine leere Fläche, sieht dort für eine Weile ebenfalls einen Totenkopf – das sogenannte Nachbild. Es kommt zustande, wenn die Lichtrezeptoren des Auges durch das Starren ermüdet sind und nicht mehr flexibel reagieren.

Das funktioniert auch bei Farbbildern: Ein Teil der Zapfen-Rezeptoren, die rot, gelb oder blau wahrnehmen, setzt nach dem Starren auf ein blaues Motiv erstmal überanstrengt aus. Auf der leeren Fläche ist das Motiv dann prompt in der Komplementärfarbe Orange zu sehen, zusammengesetzt aus den Signalen der rot- und gelb-sensitiven Zapfen.

Von Andrea Barthélémy, dpa/RND


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Soll vermeintlich hässlichen Betonbauten der Denkmalschutz verwehrt werden?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie