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Ganz schön anstrengend: Studieren ist nichts für Faulpelze – dafür ist das Pensum viel zu anspruchsvoll.

Ganz schön anstrengend: Studieren ist nichts für Faulpelze – dafür ist das Pensum viel zu anspruchsvoll.
© dpa

AOK befragt 18 000 Studenten

Stress im Studium? Arbeiten hilft!

Studenten, die nebenbei jobben, verkraften die Anforderungen an der Uni besser als ihre Kommilitonen. Sie sind besser organisiert und ausbalanciert – allerdings nur, wenn der Job nicht mehr als 15 Wochenstunden frisst.

Berlin. Stress im Studium? Die AOK weiß, was hilft: Gestresste Studenten sollten sich einen Job suchen, dann geht es ihnen besser – das ist die verblüffende Erkenntnis einer groß angelegten Befragung von 18.000 Studierenden im Auftrag der Krankenkasse. „Diejenigen, die nebenbei auch arbeiten gehen, sind weniger gestresst als ihre Kommilitonen“, sagt AOK-Chef Martin Litsch. Die Jobber hätten offenbar „eine andere Balance im Alltag“, zumindest, wenn der Job nicht mehr als 15 Wochenstunden umfasst.

Studierende setzen sich selbst unter Druck

Also ist doch was dran am gern gepflegten Vorurteil vom faulen Studenten, der bis mittags seinen Rausch vom Vorabend ausschläft und sich dann wundert, dass er sein Pensum nicht schafft? „Studieren ist ein Vollzeitjob, der mindestens 35 Wochenstunden beansprucht“, hält Stefan Grob vom Studentenwerk dagegen. Wenn dann noch ein Nebenjob dazukomme, steige der Stress proportional an – „die Studierenden setzen sich dann selbst unter Druck, um noch alles zu schaffen“, sagt Grob. Das Studentenwerk erhebt alle drei Jahre Daten der Studierenden, und danach haben 61 Prozent einen Nebenjob, rund die Hälfte der Jobber könnte ohne dieses Einkommen nicht studieren.

Angst vor Überforderung

Im Großen und Ganzen weisen die Erkenntnisse des Studentenwerks und der AOK aber in die gleiche Richtung: Studieren schlaucht. 53 Prozent der von der Krankenkasse Befragten gaben an, einen hohen Stresslevel zu haben. In einer vergleichbaren Studie in der Arbeitswelt lag der Anteil bei 50 Prozent, erklärte Studienleiterin Uta Herbst. Offenbar müssten die Studenten den Umgang mit Stress noch lernen. „Es ist vor allem Stress, der durch Zeit- und Leistungsdruck sowie die Angst vor Überforderung entsteht“, erklärte Herbst, Marketingprofessorin an der Universität Potsdam. Dies sei erstaunlich angesichts der guten Chancen, die Hochschulabsolventen derzeit auf dem Arbeitsmarkt hätten.

Sportstudenten sind am entspanntesten

Bei der Auswertung der Daten fanden die Forscher heraus, dass Studentinnen mehr unter Stress leiden als ihre männlichen Kommilitonen. Außerdem ist der Stresslevel an staatlichen Fachhochschulen und Universitäten demnach höher als an privaten Hochschulen oder dualen Hochschulen, wo die Studenten auch eine Doppelbelastung aus Arbeit und Studium haben. Am meisten leiden angehende Tierärzte unter Stress, am wenigsten Studenten der Sportwissenschaften. Wie Herbst beobachtete, gaben Studenten aus Rheinland-Pfalz deutlich niedrigere Stresslevel an als Studenten aus dem Nachbarland Nordrhein-Westfalen. In Rheinland-Pfalz gebe es wie in Bayern und Brandenburg viele kleinere Hochschulen, an denen es sich entspannter studiere.

Von Stefanie Gollasch


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