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Nachrichten Wissen Mondfinsternis und Merkur-Transit: Höhepunkte im Astronomiejahr 2019
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14:53 27.12.2018
Am 21. Januar ist es wieder soweit: Der Mond im Verlauf einer totalen Mondfinsternis. Quelle: dpa
Berlin

Drei besondere astronomische Höhepunkte bietet das Jahr 2019: Im Januar eine totale Mondfinsternis, im Juli eine partielle und einen speziellen Blick auf den Planeten Merkur.

Mondfinsternis zum frühen Frühstück

Am 21. Januar verfinstert sich der Mond wieder komplett. Die totale Mondfinsternis (MoFi) gibt es in den frühen Morgenstunden zu sehen. Sie ist besonders spektakulär, denn sie fällt mit einem Supervollmond zusammen. Der verfinsterte „Blutmond“ wird also besonders groß erscheinen. Die totale Phase kann in ganz Deutschland, in der Schweiz und westlichen Gegenden Österreichs in voller Länge gesehen werden. Hier geht der Mond kurz nach Ende der sichtbaren Finsternis-Phase unter. Eine partielle MoFi lässt sich am 16. Juli in der ersten Nachthälfte beobachten.

Sonnenfinsternis in Südamerika

Die totale Phase einer totalen Sonnenfinsternis, bei der die Sonne komplett vom Mond verdeckt wird, ist nur dort zu sehen, wo der Kernschatten des Mondes auf die Erdoberfläche trifft. Am 2. Juli 2019 geschieht dies entlang eines schmalen Streifens, der Teile von Chile (etwa 400 Kilometer nördlich von Santiago) und Argentinien (etwa 200 Kilometer südlich von Buenos Aires) abdeckt. Auch im Südpazifik ist diese totale Sonnenfinsternis zu sehen.

Merkurtransit am 11. November

Bei einem Merkur-Transit bewegt sich der Planet Merkur zwischen die Erde und die Sonne. Er ist dann als winziger Punkt vor der Sonnenscheibe zu sehen, nur nicht mit bloßem Augen. Um das dunkle Merkurscheibchen vor der Sonne zu erkennen, ist ein Teleskop mit mindestens 15-facher Vergrößerung nötig – unbedingt mit geeignetem Filter oder speziellen Einrichtungen zum Schutz vor dem Sonnenlicht.

Auch von Europa aus ist der Merkurtransit am 11. November zu sehen- aber nur teilweise: An den meisten Orten geht die Sonne unter, bevor der Transit endet. Merkur läuft recht schnell, da er am 16. November durch seinen sonnennächsten Punkt eilt. Das gesamte Ereignis dauert nur 5 Stunden, 28 Minuten und 48 Sekunden.

Die besten Sternschnuppenschwärme

Die meisten Sternschnuppen sind in den Monaten Mai, August und November zu sehen. Neben sporadischen Meteoren treten regelmäßig Sternschnuppenschwärme auf, wenn die Erde den Pulk eines Meteoroidenstromes kreuzt. Grundsätzlich gilt: In der zweiten Nachthälfte sind meist mehr Sternschnuppen zu beobachten.

Gleich zu Jahresbeginn kommen die Quadrantiden. In der Nacht vom 3. auf 4. Januar erreichen sie nach Mitternacht ihren Höhepunkt: Rund hundert Objekte tauchen dann pro Stunde auf. Helle Sternschnuppen gibt es nur wenige.

Die Aquariden flammen im Mai auf. Das ausgeprägte Maximum wird am 6. Mai erreicht, mit bis zu 60 Sternschnuppen pro Stunde. Die sehr schnellen Objekte tauchen mit rund 65 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein und hinterlassen auffallend lange Leuchtspuren.

Im August kommt mit den Perseïden (ausgesprochen: perse-iden) der ergiebigste Sternschnuppenstrom. Helle Objekte, sogenannte Feuerkugeln oder Boliden, sind öfter dabei. Das Maximum wird in der Nacht vom 12. auf 13. August mit bis zu 100 Schnuppen pro Stunde erwartet.

Die Leoniden erreichen ihr Maximum ist in der Nacht vom 17. auf 18. November. Diesmal ist mit einer eher bescheidenen Leoniden-Aktivität von 20 Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen. Dabei sind sie extrem schnell – um 70 Kilometer pro Sekunde.

Kalenderjahr mit Osterparadoxie

Nach dem Gregorianischen Kalender ist das Jahr 2019 ein Gemeinjahr mit 365 Tagen. Dabei kommt es zu einer „Osterparadoxie“. Allgemein bekannt ist die Regel: Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Doch 2019 beginnt der Frühling am 20. März um 22.58 Uhr, der erste Vollmond im Frühling tritt am 21. März um 2.43 Uhr ein. Demnach müsste am Sonntag, 24. März, Ostern gefeiert werden – Ostersonntag ist jedoch am 21. April. Auch im Jahr 1962 kam es zu einer solchen Osterparadoxie.

Ursache ist, dass die Grundlagen zur Berechnung des Ostertermins nicht immer mit dem tatsächlichen Frühlingsbeginn und dem tatsächlich stattfindenden Vollmond übereinstimmen. Vergeblich waren bisher alle Versuche, das Osterdatum vom Mondlauf abzukoppeln und einen gleichbleibenden Termin im Jahr festzulegen. Vorgeschlagen wurde, Ostern jeweils am zweiten Sonntag im April zu feiern. Bisher hat sich diese Idee aber nicht durchgesetzt.

Von Sonja Fröhlich/RND/dpa

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