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Wissen Mit dem Hund im Auto: Worauf ist zu achten?
Nachrichten Wissen Mit dem Hund im Auto: Worauf ist zu achten?
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12:11 05.10.2018
Wie nimmt man Hunde am besten im Auto mit? Quelle: Markus Scholz/dpa
Hannover

Natürlich kommt der Hund mit! Für viele Hundebesitzer ist es selbstverständlich, dass der Hund mit in den Urlaub kommt. Bloß wie? Schließlich soll sich der Vierbeiner während der Fahrt auch wohl fühlen. Gleichzeitig spielt die Sicherheit im Straßenverkehr eine große Rolle. Immerhin können die lieben Vierbeiner schnell sich selbst, die Insassen und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen.

Damit Sie Ihren liebsten Begleiter nicht zurück lassen müssen, verraten wir Ihnen, wie Sie für das Wohlbefinden Ihres Hundes sorgen und welches Transportmittel das Sicherste ist. Doch das Wichtigste zuerst.

Hunde sind wie Ladung zu behandeln

Hunde werden laut Bußgeld-Info in der Bußgeldtabelle als Ladung aufgeführt. Der Straßenverkehrsordnung zufolge sind Hunde, sowie alle Haustiere beim Transport wie eine Ladung zu sichern. In Paragraph 22 der StVo heißt es: „Die Ladung […] (ist) so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“

Bei Missachtung drohen Bußgelder

Sollte der Hund trotzdem nicht gesichert transportiert werden, stellt er ein Risiko für die Verkehrssicherheit dar. Dann drohen laut Bußgeldkatalog Bußgelder und ein Punkt in Flensburg:

Tatbestand

Bußgeld in Euro

Punkte

Tier ist nicht ausreichend gesichert

35

0

+ Gefährdung

60

1

+ Sachbeschädigung

75

1

Sollte das Tier am Unfall nachweislich eine Mitschuld tragen, wird die Haftpflichtversicherung sogar die Kosten für den entstandenen Schaden am eigenen Auto nicht übernehmen. Abhängig von der Versicherung und dem Ausmaß der Schuld, kann es auch zur Kürzung von Leistungen kommen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, empfiehlt es sich als Tierhalter Gedanken über das Transportmittel zu machen. Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich im Detail?

Hundebox, Transportgurt, Geschirr oder Kofferraum? Diese Transportmöglichkeiten gibt es für Hunde

Ob Urlaub oder Tierarzt - wenn der Hund mitkommen soll, bieten Fachhändler verschiedene Transportmittel an. Doch vorher sollten Sie austesten, mit welcher Transportmöglichkeit sich Ihr Tier wohlfühlt.

Mit einem Trenngitter kann der Hund nicht mal eben nach vorne springen und wird auch bei schärferen Bremsen nicht durch den Innenraum geschleudert. Eine Schondecke schützt den Kofferraum vor Kratzspuren und Tierhaaren. Tipp: Haben Sie einen kleineren Vierbeiner im Schlepptau, eignet sich eine fest installierte Box für den Transport im Kofferraum.

Die Transportbox ist das gängigste Transportmittel für Hunde, Katzen und weitere kleine Haustiere. Der sicherste Ort im Auto ist - nach dem Kofferraum - der Fußraum hinter dem Fahrersitz. Mit einer dort montierten Transportbox können auch Katzen und andere kleine Haustiere sicher transportiert werden. Damit sich das Tier auch wohl fühlt, sollte es in der Transportbox genug Platz haben. Ist die Box wiederum zu groß, besteht die Gefahr bei einem Unfall herumgeschleudert zu werden. In jedem Fall ist es wichtig den Vierbeiner an das Transportmittel zu gewöhnen, damit er es auch annimmt und sich bei der Fahrt wohlfühlt.

Spezielles Geschirr für Sicherheitsgurte sind dazu gedacht den Vierbeiner wie einen menschlichen Passagier auf dem Beifahrersitz zu transportieren. Hierfür wird dem Hund das Geschirr angelegt und einfach am Sicherheitsgurt des Autos befestigt. Jedoch schneiden diese bei Stiftung Warentest durchweg schlecht ab und von einem Kauf ist abzuraten. Mehr dazu weiter unten.

Hunde-Autositze sind für alle Hunde bis zu acht Kilogramm geeignet. Für den Transport einfach die Kopfstütze abnehmen, den Autositz drüber stecken und befestigen. Vor Fahrtantritt nicht vergessen den Hund zu sichern. Dadurch bekommt der Hund die Möglichkeit die Fahrt mitzuerleben. Schließlich ist doch für alle unruhigen Zeitgenossen eine Fahrt mit Blick aus dem Fenster gleich viel entspannter.

Transportbox, Trenngitter, Hundesitz - nicht nur komfortabel, auch sicher muss es sein. Welches Transportmittel etwas taugt, zeigt der Test von Stiftung Warentest.

Stiftung Warentest: Metallboxen überzeugen, Verletzungsgefahr bei Geschirren

Während einer Vollbremsung wirken extreme Kräfte: Bei 50 Kilometern pro Stunde multipliziert sich das Gewicht des Hundes etwa um das 50-Fache. Transportmittel müssen demnach etwa einer Belastung von 1.000 Kilogramm standhalten. Stiftung Warentest hat mithilfe von Crashtests unter Verwendung von Dummys die Verkehrssicherheit verschiedener Transportsysteme geprüft. Die Ergebnisse von Stiftung Warentest sprechen für sich: Mehrere Transportsysteme gingen bei den enormen Belastungen kaputt.

Vor allem die Geschirre geben bei hohen Geschwindigkeiten nach und können sowohl beim Hund, als auch bei den Insassen zu Verletzungen führen. Sie geben dem Hund zu hohen Bewegungsspielraum, was in Unfallsituationen dazu führt, dass Transportmittel mitsamt Tier hin und her geschleudert werden. Hinzu kommt, dass der Vierbeiner während der Fahrt in Stress geraten kann, sich unbeabsichtigt verletzt oder den Fahrer behindert und somit selbst zum Risikofaktor für den Straßenverkehr wird.

Am Besten haben die getesteten Metallboxen abgeschlossen. Im Gegenzug zu Gitterkäfigen, oder Boxen aus Kunststoff wurden die Boxen aus Metall kaum beschädigt. Stiftung Warentest zufolge bieten Transportboxen - ob groß oder klein - den bestmöglichen Schutz, wenn diese im Kofferraum montiert und möglichst eng an die Rückbank festgezurrt sind.

Im Anschluss haben wir ein paar Tipps für Frauchen und Herrchen gesammelt, damit die Urlaubsreise mit dem vierbeinigen Begleiter stressfrei und entspannt verläuft.

Tipps für die Urlaubsreise mit dem Hund

Hunde mögen Bewegung Durch Pausen kann sich der Hund zwischendurch draußen bewegen. Halten Sie daher regelmäßig an Raststätten und gewähren Sie Ihrem Vierbeiner immer wieder mal etwas Freigang.

Das Lieblingsspielzeug Ihres Hundes Viele Hunde haben einen Lieblingsgegenstand. Nehmen Sie das Lieblingsspielzeug oder die Lieblingsdecke Ihres Tieres mit, wird es sich wohler fühlen und während der Fahrt vielleicht weniger quengeln.

Den Hund an die Autofahrt gewöhnen Bereits einige Monate vor Urlaubsantritt sollte der Hund an das Auto gewöhnt werden: Lassen Sie ihn den Wagen beschnuppern, einsteigen und aussteigen wie er es möchte und belohnen Sie ihn mit Leckerlies. Je länger der Gewöhnungszeitraum, desto weniger wird sich der Vierbeiner vor dem tatsächlichen Reisebeginn sträuben. Das gilt auch für Katzen.

Richtige Fütterung beachten Auch kurz vor der Fahrt gibt es etwas zu beachten. Füttern Sie Ihren Hund nicht direkt vor Fahrtantritt. Die letzte Mahlzeit sollte zwei Stunden zurück liegen. Viele Tiere können während der Autofahrt Magenprobleme bekommen, vor allem dann, wenn Sie nicht ans Verreisen gewöhnt sind.

Von RND/tr

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