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16:45 19.03.2019
Sieht nach Pasta aus, ist es aber nicht. Bunte Zoodles lassen sich gut mit Steak kombinieren. Quelle: dpa-tmn
Bonn

Sie sehen aus wie gewöhnliche Nudeln und werden auf dem Teller appetitlich wie Spaghetti drapiert – doch die Pasta besteht nicht wie herkömmlich aus Getreide, sondern aus Gemüse. Zoodles nennen sich die Gemüsenudeln: Der Name kommt von dem englischen Wort „noodles“ (Nudeln). Das „Z“ steht für Zucchini, aus denen oft Zoodles hergestellt werden – das ist allerdings kein Muss. „Gemüsenudeln lassen sich etwa auch aus Möhren, Rettich, Kürbis, Kohlrabi, Süßkartoffeln oder Knollensellerie zubereiten“, sagt Gabriele Kaufmann vom Bundeszentrum für Ernährung in Bonn.

Figurbewusst mit Zoodles

Mit sehr viel weniger Kalorien als die Getreidevariante sind Zoodles vor allem für Figurbewusste eine ideale Mahlzeit. Während 100 Gramm Zucchini 19 Kalorien enthalten, sind es bei 100 Gramm Spaghetti aus Weizen 144 Kalorien. Doch Zoodles sind nicht nur Kaloriensparer: Ursprünglich haben viele auf diese Weise versucht, ihren Kindern Gemüse schmackhaft zu machen. Hierbei werden unter eine Portion klassische Spaghetti Zucchinistreifen gemengt.

Gemüse-Pasta: Eine Nährstoff-Bombe

Was auch für Gemüse-Pasta spricht: Sie ist reich an Mineral- und Nährstoffen. In Zucchini etwa sind Kalzium, Magnesium und Eisen, aber auch Vitamine enthalten. Kalzium sorgt im Körper unter anderem dafür, dass die Reizübertragung in Nervenzellen sowie die Blutgerinnung reibungslos funktionieren. Magnesium benötigt der Organismus, um Kalzium aufzunehmen – zusammen spielen sie für gesunde Knochen und Muskeln eine große Rolle. Eisen ist nicht zuletzt für das Blut wichtig. Das in Zucchini vorhandene Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte.

Spiralschneider: Praktisch und unkompliziert

Alles, was man für die Herstellung von Zoodles benötigt, ist ein Spiralschneider. „Es geht auch mit einem V-Hobel mit Stifteinsatz“, sagt Koch Bruno Ebermann. Also: Zucchinis waschen und jeweils Strunk und das vordere Ende abschneiden. Mit einem Spiralschneider werden lange Streifen aus den Zucchini hergestellt. „Das kann in Form von Spaghetti oder auch in Form von breiteren Bandnudeln sein“, erläutert Kaufmann. Für die Herstellung von Zoodles ist ein bisschen Übung und Fingerspitzengefühl nötig. Zu große Gemüseteile können mit dem Spiralschneider nicht geschnitten werden. Sind die Stücke zu schmal, reißt das Gemüse schnell auseinander.

Zur Not klappt es mit einem Sparschäler

Gegessen werden können Zoodles sowohl warm als auch kalt. Einmal erinnert es an Salat – in einer speziellen Form – und einmal an Gemüse. Pfiffig sieht laut Ebermann etwa ein Gurkensalat aus, bei dem die Gurke mit einem Spiralschneider in Spaghetti-ähnliche Streifen geschnitten wurde. Wer erstmals Zoodles herstellen möchte und noch keinen Spiralschneider hat, kann auch erst einmal mit einem Sparschäler anfangen, wie Kaufmann empfiehlt. „Man kann Zoodles auch per Hand herstellen“, sagt Ebermann. Allerdings ist dieses Verfahren zeitintensiv. Zudem sind womöglich nicht alle Gemüsestreifen in derselben Form.

Zoodles portionsweise einfrieren

Sollen Gemüsenudeln aus Süßkartoffeln oder Kürbis kalt gegessen werden, dann sollten sie kurz in kochendem Salzwasser blanchiert werden. „So sind sie auch für Magenempfindliche besser verträglich“, erklärt Kaufmann. Will man Zoodles auf Vorrat produzieren, sollte man das geschnittene Gemüse portionsweise einfrieren. „Vor dem Einfrieren sollte es aber, auch um unerwünschte Keime abzutöten, besser kurz blanchiert werden“, empfiehlt die Expertin. Das Blanchieren hilft dabei, die Farbe des Gemüses, aber auch die Vitamine zu erhalten.

Der Tipp vom Meisterkoch

Gemüsenudeln in einer asiatischen Variante? Ebermann, der auch Mitglied im Verband der Köche Deutschlands (VKD) ist, verrät ein Rezept (für vier Personen): Zwei Knoblauchzehen schälen und klein hacken, dann eine rote Zwiebel schälen und in dünne Streifen schneiden. Knoblauch und Zwiebel mit einem Esslöffel Sesamöl und einer Prise Salz in einem kleinen Topf glasig dünsten. Mit 50 Gramm Mirin (süßer Reiswein), 30 Gramm Soja-Soße und 50 Gramm Wasser ablöschen. 100 Gramm helles Miso einrühren und bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren fünf Minuten offen köcheln. 20 Gramm Tahin (Sesampaste) sowie je einen Esslöffel weiße und schwarze Sesamsamen (jeweils geröstet) unterrühren, beiseite stellen.

Dann zwei Bio-Zucchini waschen und daraus Zoodles herstellen. Eine Stange Frühlingszwiebel sowie ein Bund Koriander waschen und fein schneiden, beiseite stellen. Jetzt Sesamöl in einer großen Pfanne erhitzen – „bis das Öl anfängt zu rauchen“, wie Ebermann sagt. Die Zoodles dazugeben und unter Rühren bei starker Hitze eine Minute anbraten. Sesam-Miso-Soße einrühren und für eine Minute offen kochen. Ganz zum Schluss das Gericht mit Salz abschmecken. Anrichten und die Zoodles mit Koriander und Frühlingszwiebeln nach Belieben bestreuen und servieren.

Auf den Geschmack gekommen? Für mehr gesunde Rezeptideen gibt es den 12-Tage-Ernährungsplan.

Von RND/dpa

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