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Wissen Besserer Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
Nachrichten Wissen Besserer Schutz vor sexueller Belästigung am Arbeitsplatz
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12:00 12.11.2018
Jede und jeder Zweite hat sexuelle Belästigung im Berufsleben schon einmal gesehen oder selbst erlebt. Quelle: dpa
Hannover

Niemand sollte sich sexuelle Belästigung gefallen lassen. Sie ist kein Kavaliersdelikt, sie gehört geahndet. Nein heißt nein! Das ist seit Jahr und Tag Gewerkschaftsmotto, wenn es um dieses Thema geht.

In Deutschland hat jede oder jeder Zweite sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz schon einmal gesehen oder selbst erlebt. Eine erschreckende Zahl. Sie rührt auch daher, weil die Arbeitgeber zu wenig tun. Zwar sind sie gesetzlich verpflichtet, dagegen vorzugehen. Doch es klafft eine Riesenlücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Es gibt Unternehmen, die das Thema offensiv angehen, die Berliner Verkehrsbetriebe etwa. Der Vorstand positioniert sich klar, die Betriebsräte leisten Aufklärungsarbeit, präventiv gibt es Schulungen für Führungskräfte und Beschäftigte, für Betroffene sind Ansprechpartner klar benannt.

Konkrete Maßnahmen bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Aber für die Breite der Unternehmen ist das Thema tabu. Fragt man nach, verweisen große Konzerne auf Broschüren und Verhaltenskodizes. Dabei bräuchte es klare Regeln, transparente Beschwerdeverfahren und deutliche Sanktionen. Wer andere belästigt, muss mit Abmahnung, Versetzung oder Kündigung rechnen. Betriebsvereinbarungen können hier für Transparenz und Handlungssicherheit sorgen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat vor einiger Zeit eine entsprechende Mustervereinbarung vorgelegt. Doch laut Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat nur ein Viertel der Arbeitgeber eine solche Betriebsvereinbarung abgeschlossen. Da ist noch viel Luft nach oben.

Wo es keine betrieblichen Strukturen gibt, können unabhängige Anlaufstellen hilfreich sein, an die sich Opfer sexueller Belästigung wenden können. In Deutschland hatte sich die Film- und Fernsehbranche im vergangenen Jahr darauf verpflichtet, eine solche Stelle einzurichten. Im Oktober wollte sie ihre Arbeit aufnehmen, ist zu hören. Endlich.

Hier finden Sie Hilfe

Sie sind Opfer von Gewalt geworden? Nehmen Sie Hilfe in Anspruch und wenden Sie sich an eine Beratungsstelle:

Opfer-Telefon des Weissen Rings, 116 006, alle Tage von 7 bis 22 Uhr.

Hilfe-Telefon „Gewalt gegen Frauen“ des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, 08000 116 016, alle Tage rund um die Uhr.

Von RND/Elke Hannack

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