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Professor Ingo Froböse ist Leiter des Gesundheitszentrums an der Sporthochschule Köln und gibt an dieser Stelle regelmäßig Tipps.

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© Monika Sandel

Auf der Couch – der Expertentipp

Kaltes Wasser härtet ab

Warum nicht von den alten Griechen lernen? Mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch das kalte Wasser waten, kalt duschen oder barfuß über den nassen Rasen laufen, alles kleine Dinge, die die körpereigenen Selbstheilungskräfte ordentlich auf Touren bringen.

Hannover. Schon die Griechen haben die gesundheitsfördernde Kraft des Wassers zu Heilzwecken genutzt. Kein Wunder also, dass die Wassertherapie ein integraler Bestandteil von therapeutischen Maßnahmen ist und als Naturheilverfahren zur Behandlung und Vorbeugung unterschiedlichster Erkrankungen eingesetzt wird. Die Kältereize des Wassers regen den Kreislauf und den Stoffwechsel auf natürliche Art und Weise an, sodass das Immunsystem stimuliert wird und arbeiten muss. Dadurch kann es gezielt gestärkt werden und als Nebeneffekt wird eine erhöhte Resistenz gegen psychischen und physischen Stress aufgebaut.

Sehr traditionelle Anwendungsformen sind bei der Hydrotherapie natürlich die Kneipp-Kuren, die von dem Pfarrer Sebastian Kneipp entwickelt wurden. Dieser ganzheitliche Ansatz kennt rund 120 unterschiedliche Wasseranwendungen, wobei manche mithilfe von pflanzlichen Heilmitteln oder Bewegungstherapien angewandt werden. Natürlich kann man einige Anwendungen auch selbstständig zu Hause durchführen.

Der kühle Guss für den Kreislauf

Ein Klassiker ist die kalte Dusche nach dem warmen Wasser. Der kühle Guss bringt den Kreislauf super in Schwung und macht richtig wach. Wer sich traut und nicht gerade die Haare waschen möchte, kann sich auch nur mit kaltem Wasser abduschen.

Auch kalte Güsse kommen wieder stark in Mode. Dazu einfach mit einem kalten Wasserstrahl am rechten Fuß beginnen und dann mit dem Strahl langsam in immer größer werdenden kreisenden Aufwärtsbewegungen bis zur rechten Hüfte vorarbeiten. Danach wird das gleiche auf der linken Seite wiederholt. Man beginnt rechts unten, weil man sich immer von der herzfernen Seite zur herznahen Seite hinarbeitet.

Wer es traditionell mag kann auch auf das Wassertreten in bekannter Kneipp-Form zurückgreifen. Man kann die Kneipp-Becken in vielen Parkanlagen oder an Bächen, die an Wanderwegen entlangfließen, finden. Ansonsten eignen sich auch flache Flussläufe oder Teiche. Für zu Hause füllt man zum Wassertreten einfach die Badewanne oder eine große Plastikwanne bis zur Wadenhöhe mit sehr kaltem Wasser auf. Dann spaziert man im Storchengang durch die Wanne. Wichtig dabei ist, dass die Füße ganz aus dem Wasser gehoben werden. Alternativ kann man auch barfuß über den vom Tau noch nassen Rasen laufen.

Booster für das Immunsystem

Bei den beschriebenen Anwendungsmethoden sollte man darauf achten, nach dem kalten Wasser die behandelten Areale nicht abzutrocknen, damit sich der Kältereiz, bedingt durch die Verdunstung, automatisch wiederholt. Um sich schnell wieder aufzuwärmen, eignet sich am besten Bewegung. Auf eine Behandlung mit kaltem Wasser sollte man verzichten, wenn man Probleme mit der Blase oder der Niere hat. Auch bei Unterleibsinfektionen, offenen Wunden oder Durchblutungsstörungen ist die Anwendung von kaltem Wasser nicht sonderlich ratsam.

Der Effekt mit dem kalten Wasser funktioniert so gut für das Immunsystem, denn wenn die Haut mit kaltem Wasser in Kontakt kommt, verengen sich die Blutgefäße und die Zellprozesse verlangsamen sich. Davon ist natürlich auch die Blutzirkulation in den Muskeln betroffen. Sobald die Haut nicht mehr in Kontakt mit kaltem Wasser ist, erweitern sich die Blutgefäße. Dadurch wird die Durchblutung gefördert und der Kreislauf verstärkt angeregt. Infolgedessen kann viel sauerstoffreiches Blut die Muskulatur erreichen. Dies erwärmt das Muskelgewebe und regt vermehrt den Stoffwechsel an, sodass die Regenerationszeit beschleunigt und der Abbau der Abfallprodukte verbessert wird. Dieser Vorgang kann Muskelkater vorbeugen und langfristig die Venen kräftigen und gegen Krampfadern helfen. Zusätzlich kann die Anwendung von kaltem Wasser am Abend die Schlaffähigkeit fördern. Auch tagsüber können kalte Güsse, Wassertreten etc. gegen Migräne helfen. Somit ist kaltes Wasser ein guter Booster für unser Immunsystem, das gerade im Winter eine wichtige Rolle spielt.

Von Ingo Froböse/RND


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