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Suchen nach Lücken im Sicherheitssystem: Jan Holzhausen (l.) und Wolfang Sunder.

Suchen nach Lücken im Sicherheitssystem: Jan Holzhausen (l.) und Wolfang Sunder.
© dpa

Tödliche Pandemie

Gefahrenquelle Flughafen

Millionen Menschen aus aller Welt nutzen die deutschen Flughäfen als Drehscheibe. Was passiert aber, wenn gefährliche Viren in dieses sensible Netzwerk eindringen? Forscher aus Braunschweig entwickeln Lösungen, um eine tödliche Pandemie zu verhindern.

Düsseldorf. Flughäfen sind faszinierende und geheimnisvolle Orte. Doch die Tore der Welt bergen auch Gefahren: Terroristen, Waffen und Viren können ins Land kommen. Um die Terroristen und die Waffen kümmern sich Polizei und Zoll. Doch was ist mit den Viren? Diesem Thema widmet sich eine Forschungsgruppe am Institut für Industriebau und Konstruktives Entwerfen an der TU Braunschweig.

Alles eine Frage der Organisation

Alles eine Frage der Organisation: Jan Holzhausen und Wolfang Sunder zeigen ihre Arbeit am Modell.

Quelle: dpa

Die Wissenschaftler unter Leitung der Architekten Wolfgang Sunder und Jan Holzhausen wollen Flughäfen dabei helfen, sich für den Ernstfall vorzubereiten. Dann etwa, wenn bei einer Pandemie ein Flugzeug mit einem oder gleich mehreren hochinfizierten Passagieren ankommt. „Dann muss es ein System geben, das in solchen Fällen anläuft“, sagt Holzhausen. Entscheidend sei eine darauf ausgerichtete Infrastruktur, bei der sich ganze Bereiche schnell vom Rest des Flughafens abtrennen lassen. „Die Anforderungen sind dabei ähnlich wie an ein Krankenhaus, wo ja auch niemand weiß, wie ansteckend der Patient im nächsten Transport für andere ist.“

Ebola-Angst hält Europa in Atem

Vor zwei Jahren war die Angst davor in Europa besonders präsent. Damals raffte Ebola in einigen westafrikanischen Ländern innerhalb weniger Monate Tausende Menschen dahin. In einer vernetzten und globalisierten Welt lassen sich diese Erreger leichter verbreiten als jemals zuvor.

Gefahr am Flughafen

Gefahr am Flughafen: Tausende passieren täglich die Einfallstore.

Quelle: dpa

„Flughäfen sind dabei natürlich stets ein besonders empfindlicher Ort“, sagt Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut in Berlin. Der Wissenschaftler hat Modelle entwickelt, mit denen sich Verbreitungswege von Infektionen über Flughäfen nachvollziehen lassen. „So können wir erkennen, welche Kontinente und Städte besonders gefährdet sind, je nachdem an welchem Ort der Welt sich infizierte Menschen in ein Flugzeug setzen.“

Forschung am gesamten System Flughafen

So wütete etwa Ebola besonders heftig in den Ländern Sierra Leone, Liberia und Guinea. „Deshalb war die Importwahrscheinlichkeit an französischen und englischen Flughäfen, also in den Ländern der ehemaligen Kolonialmächte, besonders hoch“, sagt Brockmann.

Nichts geht mehr

Nichts geht mehr:

Quelle: imago

Die Architekten in Braunschweig wollen mit ihrem Forschungsprojekt aber auch herausfinden, wie sich Erreger innerhalb der Flughäfen verbreiten. Dabei geht es ihnen nicht nur um die bauliche Beschaffenheit der Flughäfen. Mit im Boot sitzen neben weiteren Forschungsinstitutionen auch Reinigungsfirmen und Kunsthoffhersteller. Je nachdem, wie die Bestandsaufnahme der Wissenschaftler ausfällt, könnte das für die Flughäfen gewaltige Investitionen in Infrastruktur, Personal und Ausstattung bedeuten.

Betreiber hüllen sich in Schweigen

Für die Betreiber selbst ist das daher ein sehr sensibles Thema. Nicht alle angefragten Standorte hätten sich an dem Projekt beteiligen wollen. Mit dabei ist aber der Flughafen Düsseldorf, der vor allem darauf verweist, wie gut die Einrichtung im Falle einer Epidemie bereits vorbereitet ist. Entsprechende Abläufe, Räumlichkeiten, Zuständigkeiten sowie die Zusammenarbeit mit Behörden seien in einer solchen Situation genau festgelegt, heißt es dort. An vielen anderen Standorten herrscht hingegen Nachholbedarf.

Von RND/dpa


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