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Wissen Eigentlich unnötig: Pinguine schwimmen fast 7000 Kilometer
Nachrichten Wissen Eigentlich unnötig: Pinguine schwimmen fast 7000 Kilometer
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16:08 30.08.2018
Ein Dickschnabelpinguin schwimmt im Meer. Quelle: Thomas Mattern/dpa
Dunedin

Am Ende soll alles ganz schnell gehen: In den letzten Tagen ihrer Reise zum Futter legen Dickschnabelpinguine gerne mal über 80 Kilometer zurück. Davor geht es etwas gemächlicher zu: 20 Kilometer in den ersten Tagen, danach 50.

Die Vögel, die bei uns auch als Fjordlandpinguine bekannt sind und in Neuseeland „Tawaki“ genannt werden, sind passionierte Langstreckenschwimmer. Auf dem Weg von ihrem Nist- zum Futterplatz überwinden sie teils enorme Strecken. 69 Tage sind die Vögel im Durchschnitt unterwegs, wie Wissenschaftler der University of Otago in Dunedin herausfanden. Je nachdem, wo das Ziel liege, schwömmen die Tiere dabei in der Summe bis zu 6800 Kilometer weit, berichteten sie im Fachjournal „PLOS ONE“.

Richtung Tasmanien und zur Subantarktis

Um zu sehen, wohin es die Pinguine genau verschlägt, stattete das Team um Thomas Mattern von November 2016 bis März 2017 insgesamt 17 Vögel mit GPS-Geräten aus. Dabei zeigte sich, dass es zwei Orte sind, die die Tiere für sich als Futterstelle ausgemacht haben: Von der Westküste der neuseeländischen Südinsel aus steuerten sie entweder ein Gebiet rund 800 Kilometer südlich von Tasmanien an oder drangen noch weiter in subantarktisches Gebiet vor.

Bei der Wahl des Futterortes schien der Zeitpunkt des Aufbruchs vom Brutplatz eine Rolle zu spielen. Pinguine, die bereits Ende November loszogen, visierten die nähergelegene Stelle in der Nähe von Tasmanien an. Die Tiere, die sich erst im Dezember aufmachten, schwammen dagegen durchschnittlich 750 Kilometer weiter bis in die Subantarktis.

Lange Reise ist eigentlich nicht notwendig

Nach der Aufzucht ihrer Küken benötigen Dickschnabelpinguine dringend Nahrung. Das liegt nicht nur daran, dass sie in dieser Zeit bis zur Hälfte ihres Körpergewichts verlieren. Ihnen steht zudem die jährliche Mauser bevor. Das ist die Phase, in der sich das Federkleid der Tiere erneuert. Während dieser Zeit, die etwa im Februar beginnt und mindestens drei Wochen dauert, müssen die Vögel an Land bleiben – eine kräftezehrende Phase.

Die lange Reise zu den Futterstellen sei bei alldem trotzdem nicht wirklich notwendig, wendet Mattern ein. „Die Pinguine verlassen die neuseeländische Küste zu einer Zeit, in der es im Ozean besonders viel Nahrung gibt. So gesehen scheint es nicht viel Sinn zu machen, tausende Kilometer weit zu schwimmen.“

Die Wissenschaftler schreiben das außergewöhnliche Verhalten den früheren Vorfahren der Dickschnabelpinguine zu. Diese hatten ihren Lebensraum ursprünglich in der Subantarktis, bevor sie sich weiter nördlich in Neuseeland ausbreiteten. „Das würde auch erklären, warum sich das Brutgebiet dieser Pinguinart so sehr auf den Süden Neuseelands beschränkt“, erklärte Mattern. „Alles andere würde den Tieren eine viel zu lange Reise abverlangen.“

Von dpa/RND

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