Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Die Sprache der Affen
Nachrichten Wissen Die Sprache der Affen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:47 02.03.2018
Ein fiepender Weißbüschelaffe: Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass sich die Tiere durch Laute verständigen, die der menschlichen Sprache ähnlicher sind als bisher gedacht. Quelle: dpa
Tübingen

Haben Affen eine eigene Sprache? Haben sie zumindest ansatzweise eine Methode gefunden, sich durch Laute zu verständigen? Tatsächlich könnte ihre Kommunikation der menschlichen Sprache ähnlicher sein als bisher gedacht: Wissenschaftler der Universität Tübingen berichten, dass etwa Weißbüschelaffen beim Produzieren von Lauten ähnlich wie der Mensch einzelne Silben mit festgelegter Länge nutzen. So ist das Fiepen der Tiere nicht nur ein einziger langer Ton. Es bestehe stattdessen aus vielen kurzen „Fiep-Bausteinen“, schreiben die Forscher um Steffen Hage im Fachmagazin „Current Biology“.

Für die Studie hatten die Neurobiologen das Keckern und Fiepen der Tiere in einer Schallkammer aufgezeichnet. Die Lautäußerungen der Affen wurden dabei in unregelmäßigen Abständen durch ein Rauschen gestört. „Wir konnten nun sehen, dass die Tiere ihr Fiepen unterbrachen, wenn wir sie störten. Und das nicht an beliebigen Stellen, sondern immer nur an bestimmten Punkten“, wird Ko-Autor Thomas Pomberger in einer Mitteilung der Universität zitiert.

Vorbedingung für die menschliche Sprache

Aus Sicht der Wissenschaftler könnten diese kleinsten Einheiten der Lautäußerung und ihre rhythmische Erzeugung im Gehirn der Affen eine Vorbedingung der menschlichen Sprache gewesen sein. Denn wenn Menschen sprechen, besteht das, was sie sagen, ebenfalls aus kleinsten Einheiten: „Wir produzieren durchschnittlich zwischen fünf und zehn Silben pro Sekunde“, sagte Hage. Bei den Weißbüschelaffen seien es sieben bis acht Bausteine pro Sekunde.

Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Weißbüschelaffen ähnlich wie Menschen einen festen Rhythmus hätten, in dem sie Laute erzeugten, schlussfolgern die Wissenschaftler um Hage. „Ein solcher Rhythmus könnte daher eine evolutionäre Notwendigkeit auf dem Weg zur Entwicklung von Sprache gewesen sein.“ Die Forschung mit den Weißbüschelaffen könne dazu beitragen, Ursprünge und Eigenarten der menschlichen Sprache besser zu verstehen.

Von Kathrin Drinkuth/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

13 Millionen – so viele Menschen umfasst der größte Stammbaum der Welt. Amerikanische und israelische Wissenschaftler haben ihn erstellt. Ihnen ging es aber nicht um Ahnenforschung, sondern um die Bedeutung der Gene für unsere Gesundheit.

21.04.2018

Die anhaltenden arktischen Temperaturen könnten für viele Menschen zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr werden. Vor allem ältere Menschen und jene mit Vorerkrankungen sollten derzeit besonders auf sich achten, rät die WHO.

01.03.2018

Nicht nur Autobatterien versagen beim Frost, der gerade in Deutschland herrscht, ihren Dienst. Auch Smartphone-Akkus geben bei eisigen Temperaturen schneller den Geist auf. Schuld ist die Zusammensetzung der Akkus.

28.02.2018