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11:31 30.03.2018
Streaming, Pommes und Medikamente: Das und mehr ändert sich im April Quelle: dpa
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Berlin

Ab April gelten in Europa und Deutschland wieder neue Regelungen und Gesetze. Viele Menschen bekommen vor allem eine Änderung der Krankenkassen-Festbeträge zu spüren.

Medikamente

Viele der mehr als 70 Millionen gesetzlich krankenversicherten Menschen in Deutschland müssen ab kommender Woche mit mehr Zuzahlungen zu rezeptpflichtigen Arzneimitteln rechnen. Wo bisher keine Zuzahlungen anfielen, können fünf bis zehn Euro pro verordnetem Medikament fällig werden, teilte der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit. Das Geld werde von den Apotheken für die Krankenkassen eingezogen.

Grund ist das Absenken von sogenannten Festbeträgen, bis zu denen die gesetzlichen Krankenkassen Arzneimittel bezahlen. Die Kassen versprechen sich dadurch jährliche Einsparungen in Höhe von 105 Millionen Euro.

Nach Berechnungen des DAV nehmen die Zuzahlungen für Arzneimittel, die Krankenkassen ihren Versicherten in den Apotheken abverlangen, bereits seit Jahren zu: 2017 waren es mehr als 2,1 Milliarden Euro. Zu den betroffenen Arzneimitteln zählen vor allem starke Schmerzmittel, Entzündungshemmer oder Blutverdünner und Rheumamittel.

Rabattverträge

Zeitgleich zu den Festbetragsanpassungen treten zum 1. April auch kassenspezifische Rabattverträge neu in Kraft. Sie können dazu führen, dass sich Patienten von ihrem gewohnten Präparat auf ein neues Medikament umstellen müssen.

Leih- und Zeitarbeit

In einem weiteren Schritt wird der Mindestlohn für Leih- und Zeitarbeiter erhöht. Ab April liegt der Lohn im Osten bei 9,27 Euro (statt 8,91 Euro) pro Stunde, im Westen bei 9,49 Euro (statt 9,23 Euro). Bis 2021 sollen die Löhne angeglichen werden.

Acrylamid

Lebensmittelhersteller müssen künftig europaweit neue Auflagen für die Herstellung und Verarbeitung von Kartoffelerzeugnissen, Brot und Feinbackwaren, Frühstückscerealien, Säuglingsnahrung, Kaffee und Kaffeeersatzprodukten beachten. Dadurch soll in den Produkten der krebserzeugende Acrylamidgehalt sinken, der beim Backen, Braten, Frittieren und Rösten entsteht.

Bleigießen

Bereits jetzt bietet kaum noch ein Händler die einst so beliebten Bleigieß-Sets an. Ab dem 1. April macht eine neue EU-Chemikalienverordnung Schluss mit der Tradition. Wissenschaftler und Verbraucherschützer warnen schon länger vor der Krebsgefahr des Schwermetalls. Fortan dürfen im Einzelhandel angebotene Produkte einen Bleianteil von 0,3 Prozent nicht übersteigen.

Streaming-Dienste

Kostenpflichtige Streaming-Dienste für Filme, Sport, Musik, eBooks und Videospiele lassen sich ab dem 1. April auch im EU-Ausland nutzen. Fürs Streamen ohne EU-Grenzen dürfen die Anbieter keine zusätzlichen Gebühren erheben. Die Nutzung ist allerdings nur für den Urlaub gewährleistet und auf vorübergehende Aufenthalte begrenzt.

eCall

Nach mehr als 15 Jahren Vorlauf wird die serienmäßige Ausstattung mit der Notruf-Automatik eCall für alle neu zugelassenen Automodelle in Europa Pflicht. Bei einem Unfall wählt das Auto automatisch den Notruf und stellt eine Telefonverbindung zur nächstgelegenen Rettungsleitstelle her. Ausgelöst wird das System durch Crash-Sensoren und über die Steuerung der Airbags.

Anschubfinanzierung

Deutsche Gründer erhalten für ihre Start-Ups künftig einen besseren Zugang zu Wagniskapital. Damit schließt die Bundesregierung die bisherige Finanzierungslücke in der Gründungsphase. 790 Millionen Euro stehen zur Verfügung. Das Gesetz tritt rückwirkend zum 1. Januar 2018 in Kraft.

Von RND/mkr

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