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Radexperte Stefan  Warda aus Hamburg.

Radexperte Stefan Warda aus Hamburg.
© Miguel Ferraz

Sicherheit im Straßenverkehr

Das Land der Scheinradwege

Was Radexperte Stefan Warda über Fehlplanungen deutscher Großstädte und „Rüpelradler“ denkt, verrät er im Interview ...

Hannover. Als zu schmal und zu unsicher empfindet der Hamburger Radexperte Stefan Warda die Fahrradwege in deutschen Städten. Sein Vorschlag zur Verbesserung: Die Infrastruktur muss an die Radler angepasst werden. Holland und Dänemark machen es bereits erfolgreich vor.

Herr Warda, in welcher deutschen Stadt fahren Sie am liebsten Fahrrad?

Stefan Warda: Da fällt mir ehrlich gesagt keine ein. Hamburg, Berlin, Köln, Münster – überall ist das Radfahren stressig. Lieber mache ich im Urlaub Abstecher in die Niederlande oder nach Kopenhagen.

Was ist an den deutschen Fahrradwegen so schlimm?

Sie sind viel zu schmal und befinden sich im Türbereich der parkenden Autos, sodass Radfahrer oft auf den Gehweg ausweichen müssen und Fußgänger behindern. Wenn ein Autofahrer in eine Querstraße einbiegt, sind für ihn Radler auf dem Radweg nur schwer zu erkennen – das ist gefährlich. An Kreuzungen sind die Ampeln nicht an die Geschwindigkeit der Radfahrer angepasst, sodass man immer wieder halten muss.

Einige fahren dann bei Rot.

Wenn wir von „Rüpelradlern“ sprechen, dann müssen wir auch die „Rüpelplaner“ erwähnen. Die meisten Fahrradwege in deutschen Städten sind nur Scheinradwege. Sie dienen nicht dem Radfahrer, sondern dem Autoverkehr. Ihr Ziel ist es schlicht, das Fahrrad von der Fahrbahn zu verdrängen. Deswegen werden sie auch nicht richtig genutzt.

Was können wir von Fahrradmetropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen lernen?

Wenn wir wollen, dass mehr Menschen Rad fahren, müssen wir die Infrastruktur an die Fahrradfahrer anpassen. In Holland sind die Radwege getrennt vom Auto- und Fußgängerverkehr. Sie sind so breit, dass zwei Radler nebeneinanderfahren und ein dritter sie überholen kann. Das alles verhindert Konflikte, und da macht es einfach Spaß, Rad zu fahren.

Breitere Radwege auf Kosten der Autofahrer, nicht wahr?

Anders geht es nicht. Besonders in Innenstädten würden Teile der Fahrbahn oder die Parkmöglichkeiten einem richtigen Fahrradweg weichen. Als Autofahrer müsste man sich darauf einstellen, nicht zu jeder Zeit überall parken zu können. Es gibt aber eigentlich ausreichend Parkhäuser.

Interview: Alexander Salenko

Von Alexander Salenko/RND


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