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Der Streik geht weiter: Reisende warten vor einem Schalter der Lufthansa auf dem Flughafen in München.

Der Streik geht weiter: Reisende warten vor einem Schalter der Lufthansa auf dem Flughafen in München. © Matthias Balk

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Zum Streikabschluss drohen Flugbegleiter mit weiteren Ausständen

Nach dem härtesten Streik in der Lufthansa-Geschichte können Fluggäste aufatmen - vorerst. Auf einer Abschlussdemonstration droht die Gewerkschaft Ufo allerdings mit neuen Ausständen.

Frankfurt/Main/Köln. Zum Abschluss ihres Rekordstreiks haben die Flugbegleiter der Lufthansa mit neuen Arbeitsniederlegungen gedroht.

Der Vorstand müsse ein deutliches Zeichen für eine neue Führungskultur setzen, verlangte der Chef der Kabinengewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, am Freitag bei der Kundgebung zum Streikabschluss vor der Frankfurter Konzernzentrale. "Wenn sich nichts ändert, sind jederzeit Streiks wieder möglich", sagte er unter dem Jubel der Menge.

Ein konkretes Datum nannte Baublies nicht. Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens forderte die Belegschaft auf, gemeinsam zu Lösungen zu kommen. "Wir wollen eine starke Lufthansa." Finanzvorstand Simone Menne führte aus, dass die zuletzt gestiegenen Gewinne des Dax-Konzerns allein auf die günstige Entwicklung des Ölpreises zurückzuführen sei, nicht auf Einsparungen beim Personal.

Zu der Kundgebung nach sieben Streiktagen hatten Ufo und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) aufgerufen, während von Verdi nur einzelne Mitglieder ohne Vorstandsaufruf ihre Solidarität mit den Streikenden kundtaten. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf insgesamt etwa 1000.

Eine Lösung in dem Konflikt ist nach Ansicht von Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt ohne Vermittlung durch Dritte nicht machbar. "Ohne Mediator werden wir es nicht schaffen", sagte Garnadt auf der Jahrestagung des Luftfahrt-Presse-Clubs am Freitag in Köln. "Wir können den Mitarbeitern die Besitzstände nicht einfach wegnehmen." Es ginge für die Lufthansa aber jetzt darum, Bedingungen zu schaffen, die das Unternehmen sich noch in zwanzig oder dreißig Jahren leisten könne. Das sei aber nicht möglich mit den Konditionen, die noch von 1960 stammten.

Die Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle forderte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur erneut einen runden Tisch zu den offenen Rentenfragen, um die sich auch der Flugbegleiter-Streik dreht. Teilnehmen sollten das Unternehmen und die drei Gewerkschaften Ufo, VC und Verdi, sagte das Verdi-Vorstandsmitglied.

Dazu habe es im April erste Sondierungen gegeben, die aber nicht weiter verfolgt worden seien. Verdi habe von Beginn an gefordert, die Dinge gemeinsam zu lösen, die alle Beschäftigten angehen. Das sei bei den Betriebsrenten der Fall. Die Übergangsversorgung für den Vorruhestand gibt es hingegen nur für das fliegende Personal.

Die Lufthansa will nach Angaben von Volkens den Vorschlag prüfen. Das Unternehmen wolle zu einer Lösung am Verhandlungstisch kommen. "Wir wollen, dass Sie Teil der Zukunft der Lufthansa sind", rief die Personalchefin den Demonstranten zu.

Der Streik sollte in der Nacht zum Samstag auslaufen, wie Baublies noch einmal erklärte. Die Lufthansa musste wegen des am Freitag vergangener Woche gestarteten Ausstands rund 4700 Flüge streichen, auf die mehr als 550 000 Passagiere gebucht waren. Am Wochenende wollte Lufthansa möglichst schnell wieder zum Normalbetrieb zurückkehren und insbesondere sämtliche Langstreckenverbindungen in die Luft bringen. Auf Kurz- und Mittelstrecken könne es allerdings noch vereinzelte Ausfälle geben, sagte ein Unternehmenssprecher.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr konnte auf die Proteste nicht direkt reagieren. Der Vorstandsvorsitzende nehme in Paris an den Ehrungen für die Helfer der Germanwings-Katastrophe teil, wie ein Sprecher bestätigte.

dpa


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