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Angesichts der stabilen Konjunktur sehen die Ökonomen den Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung.

Angesichts der stabilen Konjunktur sehen die Ökonomen den Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung. © Arno Burgi

Arbeitsmarkt

Zahl der Arbeitslosen sinkt - 2,664 Millionen suchen Job

Von Jobkrise keine Spur - auf dem deutschen Arbeitsmarkt läuft es weiter rund. Viele Betriebe schaffen neue Jobs. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie selten zuvor. Das könnte sich allerdings mit der wachsenden Zahl arbeitsloser Flüchtlinge demnächst ändern.

Nürnberg. Wegen des Frühjahrsaufschwungs und der wiedererstarkten Konjunktur ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf den tiefsten Mai-Stand seit 25 Jahren gesunken.

Insgesamt waren im Mai 2,664 Millionen Männer und Frauen ohne Job; das waren rund 80 000 weniger als im April und rund 98 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,3 Punkte auf 6,0 Prozent. Weniger Arbeitslose hatte es zuletzt im Mai 1991 mit 2,446 Millionen gegeben.

BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise zeigte sich zufrieden: "Der Arbeitsmarkt entwickelt sich insgesamt weiter positiv. Die gute wirtschaftliche Lage hat den Bedarf an Arbeitskräften weiter wachsen lassen." Im ersten Quartal hätten Unternehmen wieder stärker investiert. Die Binnennachfrage sei weiter hoch. "Und auch der Export läuft gut", sagte Weise. All das sorge für zusätzliches Wirtschaftswachstum und helfe dem Arbeitsmarkt. Im Mai gab es nach Weises Angaben 655 000 freie Stellen - 98 000 mehr als im April.

Noch vergleichsweise gering schlägt nach BA-Einschätzung derzeit die Arbeitslosigkeit unter Flüchtlingen zu Buche. Ende Mai waren bei den deutschen Jobcentern nach Weises Angaben 145 000 Menschen aus sogenannten Asylzugangsländern registriert. Das seien lediglich 9000 mehr als im Vormonat. Die Zahl sei damit inzwischen doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die größte Gruppe stellten zuletzt mit mehr als 85 000 amtlich registrierten Jobsuchenden die Syrer, gefolgt von Irakern mit 20 646 und Afghanen mit 11 383.

In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Zahl arbeitsloser Flüchtlinge nach Schätzungen der Bundesagentur etwas stärker steigen - voraussichtlich um 15 000 pro Monat. Wie viele sich in den kommenden Monaten bei den Jobcentern melden werden, hänge davon ab, wie schnell das Bundesamt ihre Asylanträge bearbeite, betonte BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker. Erst als anerkannte Flüchtlinge könnten sie sich offiziell arbeitslos melden. Unabhängig davon würden aber schon jetzt weitere 150 000 Asylbewerber von den Arbeitsagenturen betreut, sagte Becker.

Wegen der gesunkenen Zahl neu eintreffender Flüchtlinge seit der faktischen Schließung der Balkanroute hätten inzwischen auch Arbeitsmarktforscher ihre Jahresprognose für die Flüchtlings-Arbeitslosigkeit korrigiert, sagte Weise. Sie rechneten in diesem Jahr nur noch mit 100 000 arbeitslosen Flüchtlingen mehr als 2015; noch am Jahresanfang hatten sie mit einer Zunahme von 130 000 gerechnet. Unter dem Strich dürfte damit die Zahl aller Erwerbslosen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 000 sinken.

In der Debatte um das umstrittene Integrationsgesetz stellte sich Weise hinter die Bundesregierung. Als "Fortschritt" sehe er etwa Pläne, künftig auch nur geduldeten Asylbewerbern die Chance zu geben, eine begonnene Ausbildung zu beenden und danach eine Stelle anzunehmen, sagte Weise. Auch die von der Regierung geplante dreijährige Wohnsitzauflage für Flüchtlinge halte er grundsätzlich für richtig. "Wenn aber erkennbar ist, dass ein Flüchtling woanders eine Arbeit bekommt, muss die Auflage auch mal aufgehoben werden."

Unterdessen entstehen in Betrieben dank der zuletzt wieder besser laufenden Konjunktur weiter neue Jobs. Nach den jüngsten Daten des Statistischen Bundesamtes vom April erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zum Vormonat saisonbereinigt um 41 000 auf 43,36 Millionen. Das waren 544 000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der Bundesagentur von Februar auf März saisonbereinigt um 49 000 auf 31,21 Millionen zu. Das waren 681 000 mehr Menschen mit regulärer Beschäftigung als vor einem Jahr.

dpa


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