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Tief in die roten Zahlen gerutscht: Der Internet-Konzern Yahoo.

Tief in die roten Zahlen gerutscht: Der Internet-Konzern Yahoo. © John G. Mabanglo

Internet

Yahoo schwächelt mitten im Firmenverkauf

Die Bieter für Yahoo wissen jetzt ein Stück besser, worauf sie sich einlassen: Zu Jahresbeginn gab es einen deutlichen Umsatzrückgang und einen hohen Verlust. Der Web-Pionier bekommt sein Werbegeschäft nicht in Schwung.

Sunnyvale. Yahoo ist inmitten des Bieterwettstreits um den Internet-Konzern tief in die roten Zahlen gerutscht. Im ersten Quartal gab es einen Verlust von gut 99 Millionen Dollar (87 Millionen Euro).

Auslöser war unter anderem ein Umsatzrückgang von über elf Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar. Zugleich flossen aber auch fast 228 Millionen Dollar an andere Online-Dienste ab, weil über sie Nutzer zu Yahoo kamen. Das war ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Damit muss sich Yahoo die Präsenz der Internet-Nutzer auf seinen Seiten zunehmend teuer erkaufen. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern noch über 21 Millionen Dollar verdient.

Der einstigen Google-Vorzeigemanagerin Marissa Mayer ist es in mehr als drei Jahren nicht gelungen, das Anzeigengeschäft bei Yahoo in Schwung zu bringen. Sie setzte vor allem darauf, die Umsätze aus neuem Geschäft etwa auf mobilen Geräten, mit Video-Werbung und in sozialen Medien zu steigern. Im vergangenen Quartal legten sie im Jahresvergleich um 6,8 Prozent auf 390 Millionen Dollar zu - und damit deutlich langsamer als im vergangenen Jahr, wo es noch Sprünge von bis zu 60 Prozent gegeben hatte.

Die Entwicklung in diesem Geschäft hatte Mayer immer wieder als Beleg für den Erfolg ihrer Reformen präsentiert. Die Medienangebote, in die sie stark investiert hatte, wurden zuletzt bereits deutlich gestutzt.

Am Tag vor den Quartalszahlen lief die Frist für erste Gebote für das Yahoo-Geschäft ab. Als aussichtsreichster Anwärter gilt der Telekommunikations-Konzern Verizon, zu dem auch die Online-Sparte AOL mit Medien wie die "Huffington Post" gehört. Medienberichten zufolge sind auch noch die britische Zeitung "Daily Mail" sowie Finanzinvestoren und die Online-Werbefirma YP Holdings im Rennen.

Die Gebote lägen zwischen vier und acht Milliarden Dollar, schrieb das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Das Unternehmen prüfe sie nun, bevor eine Frist für endgültige Offerten gesetzt werde.

Yahoo machte am Dienstag keine Angaben zu Interessenten und Geboten. Mayer sagte lediglich, sie und Finanzchef Ken Goldman hätten mit den bekanntesten und am meisten respektierten Leuten in der Industrie gesprochen. Sie wies Vorwürfe einiger Aktionäre zurück, Yahoo betreibe den Verkauf nicht ernsthaft genug. Anonyme Kaufinteressenten hatten sich in Medienberichten beschwert, es sei schwer gewesen, von Yahoo konkrete Prognosen zur künftigen Entwicklung zu bekommen.

Mayer wollte ursprünglich die Beteiligung von 15 Prozent an der chinesischen Online-Handelsplattform Alibaba, die nach aktuellen Kursen fast 29 Milliarden Dollar wert ist, verkaufen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten. Doch dann weigerten sich die US-Behörden zuzusichern, dass der Deal steuerfrei bleiben würde. Deshalb wurde kurzerhand stattdessen der Rest zum Verkauf gestellt. Der Konzern prüfe auch weiterhin, Patente und Landbesitz abzustoßen, hieß es jetzt.

Die Yahoo-Aktie legte nachbörslich trotz der schwachen Zahlen um rund ein Prozent zu. Der Gewinn pro Aktie fiel wie an der Wall Street prognostiziert aus, und der Umsatz übertraf die Erwartungen. Mayer demonstrierte Gelassenheit: Kurz nach Vorlage der Zahlen veröffentlichte sie ein Foto, auf dem sie ausgelassen mit ihren im Dezember geborenen Zwillingen lacht.

dpa


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