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13:07 11.03.2018
WACHSTUM: Das neue Baugebiet Kronsberg-Süd steht vor dem Start – und dürfte die Stimmung in der Baubranche weiter ganz oben halten Quelle: Plan: Stadt Hannover
HANNOVER

Gute Laune und tausende neue Jobs: Die Stimmung in der heimischen Wirtschaft ist so gut wie noch nie – zumindest, was die vergangenen 42 Jahre betrifft: Seither macht die IHK Hannover ihre Konjunkturumfragen und aktuell verzeichnet sie den höchsten Wert mit insgesamt 130 Punkten.

Das Ergebnis liege sogar „deutlich über dem Wert für Niedersachsen“ und sei ein Anstieg gegenüber dem Vorquartal um sieben Punkte. IHK-Hautgeschäftsführer Horst Schrage nennt „die Aussichten für unsere Region exzellent“. Er rechnet für den IHK-Bezirk (reicht vom Raum Göttingen bis an die Grenze zu Bremen) mit 20 000 neuen Arbeitsplätzen in diesem Jahr. Auf Nachfrage konkretisiert die IHK die Erwartung für die Region Hannover: Da hier erfahrungsgemäß der Schwerpunkt liege, dürfte es hier „sicher über 10 000 neue sozialversicherungspflichtige Jobs geben“.

Die Stimmungslage der Unternehmen ist wie folgt: 47 Prozent beurteilen die aktuelle Geschäftslage als gut, 49 Prozent sind zufrieden – nur vier Prozent sind unzufrieden. Eine „so breite Zufriedenheit“ habe es seit Beginn der Umfragen 1976 nicht gegeben. Auch die positiven Erwartungen hätten nochmals zugelegt: 29 Prozent der befragten Unternehmen rechnen demnach mit einer weiteren Verbesserung, nur elf Prozent glauben, dass sich die Lage verschlechtert.

Besonders in drei Branche läuft es laut IHK-Sprecher Stefan Noort im Bezirk „deutlich besser als im Land“. Im Bau, da „sind wir hier einige Schippen besser aufgestellt“, in der Industrie und im Handel. Von Vorteil sei hier der Branchenmix der Industrie, wo auch der Export besonders stark sei – etwa bei den Automobilzulieferern, dem Maschinenbau und der Gummi- und Kunststoff-Industrie. Im Handel profitiert wiederum der Großhandel vom Boom der Industrie, besonders wegen des Geschäfts im Im- und Export. Die Auftragseingänge aus dem Ausland an die Industrie hätten sich in den vergangenen Monaten“kräftig erhöht“, der Auftragsbestand liege „sogar über dem Niveau zur Zeit der Deutschen Einheit 1991“.

Das einzige Sorgenkind scheint zu sein, die Jobs mit Fachkräften zu besetzen – den „Fachkräftemangel“ sehen 60 Prozent der Unternehmen, die an der Konjunkturumfrage teilgenommen haben, als ihr „größtes Geschäftsrisiko“ an. Das treffe vor allem den ländlicheren Raum stärker als die großstädtisch geprägte Region Hannover, befindet die IHK.

Auch im Aufwärtstrend: Der Immobilienmarkt

Die Landeshauptstadt – ein Wunder der Immobilienpreisentwicklung? Laut dem Internetportal Immowelt.de sind die Preise für Eigentumswohnungen und Häuser in Hannover seit 2012 um 85 Prozent gestiegen – das sei bundesweit der Spitzenplatz in der Preisanstiegsliste. Die Kaufpreise seien von 1240 Euro auf 2290 Euro je Quadratmeter geklettert. Berlin legte demnach um 79, München um 65 Prozent zu – dort war es freilich schon teurer.

Die Immowelt-Erklärung lautet: Firmen in Hannover gehe es blendend, hier entstünden viele Arbeitsplätze und seien viele Zuzüge zu verzeichnen. Die Aussage beruhe auf den Auswertungen der auf dem Portal angebotenen Immobilien.

In der Tat hat Hannover an Einwohnerschaft zugelegt. Die Preissteigerung scheint allerdings überzeichnet: Im Gegensatz zu den in den Immowelt-Annoncen geforderten Preisen waren die tatsächlich erzielten deutlich geringer, schaut man sich die neueste Auswertung des Katasteramtes für Hannover an. Demnach sind in der Stadt die Preise für Reihenhäuser und Doppelhaushälften in dem Zeitraum nur um etwa 34 Prozent gestiegen, Eigentumswohnungen verteuerten sich um 46 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser um 38 Prozent, Mehrfamilienhäuser immerhin um rund 52 Prozent (alles ohne Neubauten) – weit von den genannten 85 Prozent entfernt.

Von RALPH HÜBNER

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