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Kein Wachstum, immer weiter steigende Arbeitslosigkeit und ein zu hohes Staatsdefitizit: Wird Frankreich zum Problemfall der Euro-Zone?

Kein Wachstum, immer weiter steigende Arbeitslosigkeit und ein zu hohes Staatsdefitizit: Wird Frankreich zum Problemfall der Euro-Zone? © Lucas Dolega

Konjunktur

Wachstum adé: Frankreich senkt Konjunkturprognose

Die französische Regierung verabschiedet sich Stück für Stück von ihren Wachstumszielen. Finanzminister Pierre Moscovici hat am Sonntag die Konjunkturprognose für dieses und das kommende Jahr deutlich gesenkt.

Paris. Demnach wird es 2013 nur ein Miniwachstum von 0,1 Prozent geben, für 2014 werden 1,2 Prozent erwartet. Damit schwenkt Paris auf die Vorhersagen der EU-Kommission ein. Zuvor hatte die Regierung von Präsident François Hollande eine schnellere Erholung vorhergesagt. Ursprünglich war ein Wachstum von 0,8 Prozent für dieses und 2,0 Prozent für das nächste Jahr angepeilt worden.

Moscovici sagte dem Sender i-Tele, er erwarte positive Auswirkungen der Konjunkturentwicklung auf den Arbeitsmarkt für 2015, ein Jahr später als zunächst erwartet. Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt aktuell bei fast 11 Prozent und damit so hoch wie seit 1999 nicht mehr. Hollande hatte noch Ende März betont, er setze auf eine Umkehr des Trends auf dem Arbeitsmarkt bis zum Jahresende. Dies sei keine Frage des Glaubens, sondern ein Ziel.

Die nach Deutschland zweitgrößte Wirtschaftsnation im Euro-Raum hatte im vierten Quartal 2012 ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Vorquartal von 0,3 Prozent verzeichnet. Für das gesamte Jahr 2012 standen in Frankreich 0,0 Prozent beim Wachstum zu Buche - also Stagnation. Im Jahr 2011 waren es laut Statistikbehörde Insee noch plus 1,7 Prozent.

Der renommierte Ökonom Thomas Mayer warnte vor den schlechten Wirtschaftsdaten Frankreichs. Mayer, bis 2012 Chefvolkswirt und heute Berater der Deutschen Bank, sagte der "Welt am Sonntag": "Allein auf der Basis der Fundamentaldaten betrachtet könnten französische Finanzwerte mit höheren Risikoaufschlägen als italienische bewertet werden." Wegen seines großen Einflusses auf die europäische Politik störe sich der Markt jedoch wenig daran. Für Frankreich selbst sei dies aber fatal, es fehle der unverzichtbare Druck der Märkte für Reformen.

Mayer hat die Leistungsbilanzsalden, die Staatsverschuldung, die Budgetdefizite und die Größe des Bankensektors analysiert. Frankreich hat demnach erheblichen Nachholbedarf in beinahe allen Bereichen außer bei der Größe seines Bankensektors, der nur leicht über dem Durchschnitt im Euro-Raum liege.

dpa


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