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Mitarbeiter überprüfen einen Tiguan in einem VW-Werk in Shanghai. Die Volkswagen hatte seit Jahresanfang in China aufgeholt und ein Absatz-Plus von 6,8 Prozent auf 1,86 Millionen Autos erreicht. Foto: Ole Spata/Archiv

Mitarbeiter überprüfen einen Tiguan in einem VW-Werk in Shanghai. Die Volkswagen hatte seit Jahresanfang in China aufgeholt und ein Absatz-Plus von 6,8 Prozent auf 1,86 Millionen Autos erreicht. Foto: Ole Spata/Archiv

Auto

VW will in China aufdrehen - Heizmann "überrascht" von Klage

Das China-Geschäft scheint der rettende Anker für den VW-Konzern, dem milliardenschwere Klagen wegen der Dieselaffäre drohen. Der Absatz in China steigt wieder kräftig - die Aussichten sind gut.

Peking. Volkswagen rechnet in China mit beschleunigtem Wachstum. Auf dem größten Automarkt der Welt werde der Konzern in diesem Jahr weiter aufholen, sagte Vorstandsmitglied Jochem Heizmann im Journalistengespräch in Peking.

Das Wachstum des Gesamtmarktes, der im ersten Halbjahr unerwartet stark um 9,4 Prozent zugelegt hatte, wird sich nach seiner Einschätzung bis Jahresende wohl etwas abschwächen, aber "weiter gut sein".

Die Volkswagen-Gruppe hatte seit Jahresanfang in China aufgeholt und ein Plus von 6,8 Prozent auf 1,86 Millionen Autos erreicht. Im Juni wurden auch dank neuer Modelle sogar 18,7 Prozent mehr ausgeliefert. "Unsere Erwartung für das gesamte Jahr liegt im Bereich des Gesamtmarktes", sagte Heizmann. "Volumen ist aber nicht das wichtigste", betonte der Vorstand. "Viel wichtiger ist für uns, dass wir langfristiges, sauberes und qualitatives Wachstum haben."

Der Gesamtmarkt wird sich nach seiner Einschätzung im zweiten Halbjahr weiter schneller als das Wirtschaftswachstum entwickeln, das im ersten Halbjahr bei 6,7 Prozent gelegen hatte. Im nächsten Jahr gibt es aber Unsicherheiten, weil die Reduzierung der Verkaufssteuer für kleinere Autos unter 1,6-Liter Hubraum zum Januar wegfallen soll. Eventuell würden Käufe zum Jahresende vorgezogen, so dass es danach wieder schwieriger werde, meinte Heizmann.

Ob er den starken Absatz in China als "Rettungsanker" für den durch den Dieselskandal angeschlagenen Konzern sehe, beantwortete Heizmann nur ausweichend: "Die Zahlen sprechen für sich." Der Konzern verkauft 36 Prozent seiner Autos weltweit in China. Bei der VW-Kernmarke sind es sogar 48 Prozent. Anteilig aus den Gemeinschaftsunternehmen verbuchte der Konzern in China im ersten Halbjahr einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 2,37 Milliarden Euro. Die Abgas-Affäre hatte China nicht betroffen, weil es dort kaum Diesel-Pkw gibt.

Heizmann zeigte sich "überrascht" über die Schadenersatzklage Bayerns als erstes Bundesland, wollte aber sonst keinen Kommentar dazu abgeben. Es geht dabei nach bayerischen Angaben um einen Schaden von maximal 700 000 Euro (CSU) durch Aktienkurs-Verluste, die dem bayerischen Pensionsfonds entstanden sind. Wie andere klagende VW-Anleger geht Bayern davon aus, dass VW zu spät über die Risiken des Abgas-Betrugs informiert habe. Volkswagen hatte den Vorwurf als unbegründet zurückgewiesen. Alle Pflichten seien erfüllt worden.

Im Zuge der neuen Volkswagen-Strategie will Heizmann in China verstärkt an neuen Produkten, alternativen Antrieben, dem "Budget-Car" und neuen Mobilitätskonzepten arbeiten. Als neuer VW-Markenchef für China wurde Stephan Wöllenstein eingesetzt, so dass sich Heizmann stärker den Zukunftsthemen widmen kann.

Beim Billigauto, das wie geplant 2018 oder 2019 in China kommen soll, gibt es laut Heizmann konkrete Fortschritte mit dem chinesischen Partner First Automotive Works (FAW). Zu einem Bericht des "Manager Magazins", dass Volkswagen beim "Budget Car" auch mit dem indischen Autobauer Tata liebäugelt, wollte sich Heizmann nicht äußern und sagte nur: "Es geht hier nicht nur um China."

Auch die Elektromobilität wird stark ausgebaut. Bis 2020 wolle Volkswagen "mehrere Hunderttausend solche Fahrzeuge" in China verkaufen, bekräftigte Heizmann. Das sei auch notwendig, um die chinesischen Verbrauchsgesetze zu erfüllen, die dann einen Flottenverbrauch von fünf Litern vorschreiben.

Die Restriktionen in großen chinesischen Metropolen, die Zulassungen für Benzinautos beschränken oder tageweise Fahrverbote erlassen, förderten den Absatz in China, sagte der Vorstand. Auch gingen die bisher hohen Kosten für E-Autos zurück. Während sich mit höheren Volumen die Batterien und Komponenten verbilligten, erhöhten sich gleichzeitig die Kosten für konventionelle Fahrzeuge, die in China ab 2019 noch strengere Abgasvorschriften erfüllen müssten.

dpa


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