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Im vergangenen Jahr wuchs das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten wieder.

Im vergangenen Jahr wuchs das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten wieder. © Uli Deck/Illustration

Konjunktur

US-Handelsdefizit 2014 wieder deutlich gestiegen

Die USA haben 2014 in der Außenwirtschaft wieder an Boden verloren. Das Handelsbilanzdefizit stieg im vergangenen Jahr auf gut 508 Milliarden Dollar (455 Mrd Euro) oder rund 2,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), wie die US-Regierung in Washington mitteilte.

Washington. Damit vergrößerte sich das Minus in der Bilanz um rund 6,2 Prozent. In den beiden Vorjahren war das konjunkturschädliche Ungleichgewicht noch zurückgegangen.

Grund für das vergrößerte Defizit ist, dass die Importe in Dollar gerechnet insgesamt deutlich schneller zulegten als die Exporte. Die geringere Abhängigkeit von ausländischem Öl, von dem wie in den Vorjahren erneut deutlich weniger in die USA eingeführt wurde, konnte den Trend nicht stoppen. Vor allem bei Lebensmitteln, Kapitalgütern, Autos und Konsumprodukten gab es deutlich mehr Einfuhren.

Ein dickes Minus machten die Vereinigten Staaten demnach etwa im Handel mit Deutschland. Während sie 2014 Waren und Dienstleistungen im Wert von knapp 50 Milliarden Dollar in die Bundesrepublik exportierten, lag der Wert der Importe bei gut 123 Milliarden Dollar. Noch wesentlich schlechter ist die Bilanz mit China - das Defizit beträgt hier bei rund 343 Milliarden Dollar.

Laut Experten ist das Handelsdefizit damit weiterhin viel zu groß. Das Minus in der Bilanz sei nur verkraftbar, weil die US-Wirtschaft das Geld von ausländischen Investoren geliehen bekomme. Da Importe zudem heimische Produkte verdrängen, belasten sie auch den Arbeitsmarkt. Der deutlich stärkere Dollar brachte die Exportwirtschaft in den vergangenen Monaten noch mehr unter Druck.

Der Trend setzt sich auch in diesem Jahr fort: Im April fiel das Defizit in der US-Handelsbilanz zwar geringer aus als erwartet. Der Fehlbetrag verringerte sich um 9,7 Milliarden auf 40,9 Milliarden Dollar. Aber im März hatte er mit 50,6 Milliarden Dollar den höchsten Stand seit Oktober 2008 erreicht.

dpa


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