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Mit einem Millionen-Bußgeld will die Schweizer UBS ihren Steuerstreit mit Deutschland beilegen und eine weitere juristische Baustelle schließen.

Mit einem Millionen-Bußgeld will die Schweizer UBS ihren Steuerstreit mit Deutschland beilegen und eine weitere juristische Baustelle schließen. © Andy Rain

Banken

UBS legt mit Millionenzahlung Steuerstreit in Deutschland bei

Die UBS überweist rund 300 Millionen Euro und kann damit einen Schlussstrich unter ihren Steuerstreit in Deutschland ziehen. Die Schweizer haben betuchten Kunden geholfen, dem deutschen Fiskus große Summen vorzuenthalten.

Zürich/Bochum. Die Beihilfe zur Steuerhinterziehung kommt die Schweizer Großbank UBS teuer zu stehen: Das Institut hat sich mit der deutschen Justiz auf eine Rekordbuße von rund 300 Millionen Euro geeinigt. Im Gegenzug stellt die Staatsanwaltschaft Bochum ihre Ermittlungen ein. Das Landgericht Bochum stimmte am Dienstag dem entsprechenden Antrag der Ermittlungsbehörde zu. Damit kann die UBS eine ihrer juristischen Baustellen schließen.

Mitarbeiter der Schweizer Bank hätten wissentlich Konten betreut, die von deutschen Kunden zum Zwecke der Steuerhinterziehung missbraucht worden seien, erklärte ein Gerichtssprecher in Bochum. Durch diese strafrechtlich relevanten Geschäfte sei der Bank ein Gewinn von rund 301 Millionen Euro entstanden. Dies zusammen mit einer Geldbuße von einer Million Euro ergebe die Gesamtsumme des zu zahlenden Betrages.

Die Bochumer Ermittlungen waren 2012 durch Informationen auf einer vom Land Nordrhein-Westfalen gekauften Daten-CD ausgelöst worden. Die Landesregierung in Düsseldorf wertete den Ausgang des Falls als Erfolg der Landesbehörden. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sieht damit seinen "hartnäckigen Kurs" gegen Steuerhinterziehung bestätigt. Durch den Ankauf der Steuer-CDs seien nicht nur die Steuerhinterzieher, sondern auch die Praktiken einer Reihe von Banken ans Licht gekommen, teilte er mit. Gleichzeitig forderte der Finanzminister schärfere Sanktionsmöglichkeiten im Unternehmensrecht, um gegen solche Modelle vorgehen zu können.

Das Bundesfinanzministerium in Berlin wollte sich am Dienstag nicht zu dem Fall äußern.

Die UBS erklärte, die Einigung in Deutschland ermögliche es, auf dem wichtigen Markt nach vorne zu blicken. Mittlerweile hätten 95 Prozent aller deutschen Kunden der UBS einen "Nachweis über die steuerliche Offenlegung" erbracht, erklärte die Großbank, an deren Verwaltungsratsspitze der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber steht. "Die UBS ist weiterhin bestrebt, zum Ende des Jahres 2014 einen Wert von 100 Prozent zu erreichen", heißt es in der Mitteilung.

Diesen Weg hatten auch alle andere Schweizer Banken eingeschlagen, nachdem Ende 2012 das geplante Steuerabkommen mit Deutschland am Widerstand der rot-grünen Opposition gescheitert war. Inzwischen verlangen sie von deutschen und anderen ausländischen Kunden grundsätzlich einen Nachweis, dass deren Gelder ordentlich versteuert sind. Vor der UBS hatten die Credit Suisse sowie die Bank Julius Bär gegen Zahlungen von 150 Millionen sowie 50 Millionen Euro die Einstellung von Steuerverfahren in Deutschland erreicht.

Für die UBS sind allerdings noch nicht alle rechtlichen Baustellen des Konzerns erledigt. Verfahren gegen die Großbank wegen mutmaßlicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung laufen noch in Belgien und Frankreich. Die Pariser Ermittler streben nicht nur eine Anklage wegen illegaler Anwerbung von Kunden, sondern auch wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung an. Bis zur Klärung der Vorwürfe soll die UBS eine Kaution von 1,1 Milliarden Euro hinterlegen. Die Bank bezeichnete dies als "beispiellos und ungerechtfertigt".

Im zweiten Quartal profitierte die UBS weiter von ihrem radikalen Kurswechsel nach der Finanzkrise: Das operative Geschäft war zwar wegen der Zurückhaltung der Kunden eher mau, am Ende kletterte der Überschuss dennoch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 792 Millionen Franken (652 Mio Euro), wie die Bank weiter mitteilte. UBS-Chef Sergio Ermotti blickte wegen der Unsicherheiten an den Märkten und den derzeitigen Krisen wie etwa in Nahen Osten oder in der Ukraine mit Vorsicht auf den Rest des Jahres. Sollte sich dieses Umfeld nicht aufhellen, seien Ergebnisverbesserungen unwahrscheinlich.

dpa


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