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Die Terroranschläge in Paris und Istanbul haben auch bei Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter Thomas Cook Spuren im Geschäft hinterlassen. Foto: Sebastian Kahnert

Die Terroranschläge in Paris und Istanbul haben auch bei Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter Thomas Cook Spuren im Geschäft hinterlassen. Foto: Sebastian Kahnert

Tourismus

Thomas Cook hofft trotz Terror auf Türkei-Urlauber

Terroranschläge wie jüngst in der Türkei schrecken Urlauber ab. Doch allzu lange dürfte die Zurückhaltung nicht dauern, hofft der Reiseveranstalter Thomas Cook. Doch im Geschäft hinterlassen die Anschläge bereits Spuren.

London. Die Terroranschläge in Paris und Istanbul haben auch bei Europas zweitgrößtem Reiseveranstalter Thomas Cook Spuren im Geschäft hinterlassen. Ein Teil der Kunden habe die Urlaubsplanung wegen der Unsicherheit vertagt, sagte Konzernchef Peter Fankhauser in London.

Der Veranstalter, der in Deutschland vor allem mit der Marke Neckermann Reisen und der Fluglinie Condor vertreten ist, erwartet jetzt insgesamt einen Trend zu Last-Minute-Buchungen. Die Nachfrage nach Türkei-Urlauben dürfte aber rasch wieder anziehen, sagte Fankhauser. An der Börse konnte das Unternehmen damit nicht überzeugen. Für die Thomas-Cook-Aktie ging es in London am Vormittag um 4,62 Prozent abwärts.

Die düsteren Aussichten für den Türkei-Tourismus kommen nicht überraschend. Am Dienstag hatte der weltgrößte Reisekonzern Tui für das Land am Bosporus einen Buchungsrückgang um 40 Prozent gemeldet. Thomas Cook machte dazu keine genauen Angaben, hat das eigene Türkei-Angebot im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 29 Prozent gekappt.

Auch insgesamt liegen die Buchungen bei dem Veranstalter hinter dem Vorjahr zurück. Bis jetzt seien von allen Sommer-Angeboten erst 29 Prozent verkauft - zwei Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Thomas Cook weitet nun das Angebot etwa für Spanien samt Inseln sowie für Bulgarien aus. Die Türkei gehört im Sommer zu den wichtigsten Flugreisezielen der Europäer, Thomas Cook ist mit seiner Tochter Öger Tours in dem Segment besonders stark vertreten.

Derweil müssen sich die großen Veranstalter in Deutschland einem harten Preiskampf in der Branche stellen: Während in Großbritannien und Nordeuropa die Preise für den Sommer bisher anziehen, seien sie in Deutschland unter Druck, hieß es bei Thomas Cook. Auch Tui hatte von einem harten Wettbewerb berichtet.

In der Wintersaison konnte Thomas Cook den Wegfall von Tunesien und eines Teils von Ägypten als Urlaubszielen bislang wettmachen. Nach dem tödlichen Anschlag auf ein Hotel im tunesischen Sousse und dem mutmaßlichen Abschuss einer russischen Passagierjets über Ägypten waren Tunesien und die ägyptische Region um Sharm-El-Sheikh als Reiseziele weggefallen. Als Alternativen waren den Angaben zufolge nun Spanien inklusive den Kanaren und fernere Ziele gefragt.

Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember verbuchte Thomas Cook wegen der starken britischen Währung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Pfund (1,8 Mrd Euro). Währungsbereinigt hätte der Umsatz um ein Prozent zugelegt. Während der saisontypische Verlust im laufenden Geschäft ohne Sondereffekte von 53 Millionen auf 49 Millionen Pfund schrumpfte, ließen Umbaukosten bei den britischen Reisebüros den Vorsteuerverlust um eine Million auf 116 Millionen Pfund wachsen.

dpa


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