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Der Berliner Bauausschuss ist nicht der erste und nicht der letzte Ausschuss, der sich mit dem Fiasko um den Hauptstadtflughafen BER beschäftigt hat bzw. beschäftigen wird.

Der Berliner Bauausschuss ist nicht der erste und nicht der letzte Ausschuss, der sich mit dem Fiasko um den Hauptstadtflughafen BER beschäftigt hat bzw. beschäftigen wird.© Michael Kappeler

Luftverkehr

Technikchef: Kein Abriss am Hauptstadtflughafen nötig

Die Neuausschreibung von Aufträgen könnte die Eröffnung des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg weiter verzögern. Für den Umbau der Gebäudetechnik im Terminal werden aber keine Abbrucharbeiten nötig sein.

Berlin/Potsdam. Das geht aus Äußerungen von Verantwortlichen des Projekts am Mittwoch im Bauausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hervor. Die an der unfertigen Brandschutzanlage beteiligten Unternehmen Bosch und Siemens sprachen sich von Fehlern frei. Der Brandenburger Landtag setzte einen Sonderausschuss zu dem Milliardenprojekt ein. Vor dem Oberverwaltungsgericht in Berlin begann zugleich die erste von mehreren Gerichtsverhandlungen gegen die Flugrouten des neuen Flughafens.

Die für Oktober geplante Eröffnung des Airports war Anfang Januar auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Hauptgrund ist nach Angaben des Betreibers die komplexe Brandschutzanlage, die noch immer nicht funktioniert. Der Flughafen wird nach jüngster Kalkulation 4,3 Milliarden Euro kosten. Dabei war aber die nochmalige Verzögerung nicht einberechnet.

Der Geschäftsführer des Gesamtprojektsteuerers WSP CBP Airport GmbH, Christian Manninger, sagte im Bauausschuss, es werde geprüft, ob bereits engagierte Projektüberwacher und Planer erst nach einer EU-weiten Ausschreibung weiterbeschäftigt werden dürfen. Diese Ausschreibung sei nach der Terminabsage im Mai aufgrund von Ausnahmeregelungen unterblieben. Es sei unklar, ob das jetzt noch zulässig sei. Damals war dem Generalplaner PG BBI gekündigt worden, Mitarbeiter dieser Planungsgemeinschaft wurden aber wieder beschäftigt.

"Wir haben nicht nur mit der Entrauchungsanlage Probleme, sondern wir haben sehr viele Themen dort draußen", sagte Manninger. Wie Vertreter der Firmen Bosch und Siemens berichtete er von zahlreichen Umplanungen seit dem Baubeginn 2006. "Wir brauchen eine umfassende Bestandsaufnahme", sagte Manninger. Was gebaut wurde, weiche zum Teil erheblich von den Plänen ab.

Technikchef Amann stellte klar: "Es wird nichts abgerissen. (...) Der Umbau spielt sich in Schaltkästen ab, in Programmierungen, auch auf Kabeltrassen." Diese Arbeiten seien zum Teil aber sehr umfangreich und müssten zunächst noch geplant werden, sagte er. Er könne deshalb weder derzeit noch in den nächsten Wochen einen neuen Eröffnungstermin für den neuen Airport nennen, der die beiden Altflughäfen Tegel und Schönefeld ablösen soll.

Amann sagte, derzeit durchlaufe die Brandschutzanlage weitere Heißrauchgasversuche. Damit wird geprüft, ob die Anlage den Rauch ausreichend absaugt, wenn es in dem Gebäude brennt. Ähnliche Versuche im Dezember waren gescheitert. Die Firma Bosch liefert die Komponenten für die Brandmeldeanlage. Bosch-Bereichsleiter Peter Ribinski sagte: "Unsere Systeme sind vollständig kompatibel, die Schnittstellen sind komplett funktionsfähig." Dass die Anlage dennoch nicht funktioniere, liege daran, dass die Anforderungen bis heute nicht abschließend geklärt seien.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verhandelte am Mittwoch über eine Klage gegen das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung, das die neuen Flugrouten vor einem Jahr festgelegt hatte. Die Kläger befürchten, die geplante Strecke über den Wannsee könne zu Lärm- und anderen Umweltbelastungen führen. Größte Sorge ist, dass ein Flugzeug auf einen Forschungsreaktor am Wannsee stürzen könnte. Ein Urteil wurde am Mittwoch nicht mehr erwartet.

dpa


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