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Seit dem 24. August ziehen deutsche Milchbauern auf ihren Treckern protestierend durch die Republik. Gut 3000 Landwirte fanden sich auf 500 Schleppern heute allein in München ein. Sie kämpfen gegen den Preisverfall der Milch.

Seit dem 24. August ziehen deutsche Milchbauern auf ihren Treckern protestierend durch die Republik. Gut 3000 Landwirte fanden sich auf 500 Schleppern heute allein in München ein. Sie kämpfen gegen den Preisverfall der Milch. © Marc Müller

Agrar

Tausende Milchbauern protestieren in München

Auf Hunderten Traktoren sind Milchbauern in die Münchner Innenstadt gefahren, um die Politik zum Handeln in der Milchkrise aufzufordern. Die Kritik der Landwirte richtet sich vor allem gegen die CSU: "Wer Bauern quält, wird nicht gewählt."

München (dpa) - Nach dem starken Preisverfall für Milch haben Tausende Landwirte am Dienstag bei einer Kundgebung in München Unterstützung von der Bundesregierung gefordert.

Auf Transparenten warfen sie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Agrarminister Christian Schmidt (CSU) vor, der Entwicklung tatenlos zuzusehen und damit Existenzen zu vernichten. "Aber wir werden nicht sang- und klanglos untergehen", rief der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, den Landwirten zu, die ihrem Unmut lautstark mit Kuhglocken Luft machten.

Nach der Kundgebung fuhren viele Landwirte mit ihren Traktoren zur bayerischen Staatskanzlei und protestierten auch dort. Einige Bäuerinnen wollten auch die Nacht zum Mittwoch vor dem Gebäude verbringen, um mit der Mahnwache den Druck auf CSU-Chef Horst Seehofer zu erhöhen.

Die Kundgebung war Abschluss einer bundesweiten Sternfahrt von Landwirten aus mehreren Regionen, die vergangenen Montag in Schleswig-Holstein begonnen hatte. Rund 3000 Landwirte auf 500 Traktoren nahmen nach Schätzungen des BDM allein an der Aktion in München teil. Schaber kündigte weitere Proteste vor dem Treffen der EU-Agrarminister am kommenden Montag (7. September) in Brüssel an.

Viele der rund 80 000 Milchbauern in Deutschland bangen um ihre Existenz, weil ihre Einnahmen aus der Milchproduktion in diesem Jahr massiv zurückgehen. Seit dem vergangenen Jahr ist der Auszahlungspreis, den sie von den Molkereien erhalten, um mehr als zehn Cent pro Kilo Rohmilch gefallen.

Der BDM macht für den Preisverfall das derzeitige Überangebot an Milch nach dem Wegfall der Milchquote verantwortlich und fordert ein vorübergehendes Verbot der Überproduktion durch die Europäische Union und einen Mindestpreis von 40 Cent.

"Milchmarkt gestalten statt Krisen verwalten", forderten die Landwirte auf Transparenten. Etliche Plakate richteten sich gegen die CSU und Bundesagrarminister Schmidt, dem sie mangelnde Unterstützung vorwerfen.

"Wer Bauern quält, wird nicht gewählt", schrieb ein Landwirt auf ein Plakat an seinem Traktor. Schaber kritisierte, Schmidt lehne trotz stark fallender Milchpreise jeden Markteingriff ab und fordere gleichzeitig von den Milchviehhaltern eine Art Duldungsstarre. "Sie sollen alles brav über sich ergehen lassen, was der freie Markt für sie bereithält. Das können wir nicht akzeptieren."

Die Politik allerdings ist uneinig, mit welchen Maßnahmen sie gegen den Milchpreisverfall in Europa vorgehen soll. Nach einem Treffen von Schmidt mit seinen französischen und polnischen Amtskollegen, Stéphane Le Foll und Marek Sawicki, am Montag war deutlich geworden, dass Frankreich eine Intervention am Markt anstrebt. Schmidt lehnt dies aber ab.

dpa


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