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Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner informierte sich ebenfalls auf der Grünen Woche in Berlin.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner informierte sich ebenfalls auf der Grünen Woche in Berlin. © Wolfgang Kumm

Agrar

Start für Grüne Woche: Merkel: Qualität gefragt

Zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin sieht Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bei den Verbrauchern ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltig erzeugte Lebensmittel.

Berlin. "Wir achten zunehmend auf Qualität", sagte Merkel am Freitag zu Beginn der weltgrößten Agrarmesse.

In dieser sehr technisch orientierten Zeit gelte es, die Leistungen der Land- und Ernährungswirtschaft zu zeigen. Gerade Kinder sollten sehen, wie Nahrungsmittel entstehen. Bei der 78. Ausgabe der Grünen Woche rechnen die Veranstalter bis zum 27. Januar mit mehr als 400 000 Gästen in den Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Partnerland sind diesmal die Niederlande.

Bei der Leitmesse der Ernährungsbranche präsentieren sich mehr als 1600 Aussteller. Hersteller laden Besucher zum Kosten und Genießen und geben Einblicke in die Produktion. Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) stellte fest, "dass es mittlerweile eine Trendwende gibt, dass die Menschen nicht nur nach dem Preis gehen." Qualität von Lebensmitteln werde mehr geschätzt. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) mahnte klare Produktkennzeichnungen an.

Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, Deutschland habe eine der modernsten Landwirtschaften der Welt. Die Betriebe wollten sich "noch effizienter, umwelt- und tierschutzgerechter aufstellen, um die steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und nachwachsender Energie auch von Deutschland aus bedienen zu können." Dazu werde Rückhalt in der Bevölkerung gebraucht. "Wir werben deshalb um Vertrauen in die heimische Landwirtschaft." Wirtschaftlich gehen die deutschen Bauern mit verhaltenem Optimismus ins Jahr, nachdem die Einkommen 2012 um 3,6 Prozent gestiegen waren. "Es sieht so aus, als werde sich dieser Trend 2013 fortsetzen", sagte Aigner.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kritisierte, mit ihren wachsenden Exporten in alle Welt richte die deutsche Landwirtschaft erheblichen Schaden an. "Wir exportieren das Fleisch, und die Gülle bleibt hier", sagte BUND-Chef Hubert Weiger der dpa. In der Folge wachse die Stickstoffbelastung im Grundwasser. Zudem dränge diese Wirtschaftsweise Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern aus dem Markt. Das Bundesagrarministerium wies die Kritik zurück. Deutsche Agrarexporte gingen vor allem in kaufkräftige und prosperierende Märkte, nicht in Staaten mit nur geringer Kaufkraft.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sagte mit Blick auf den Grüne- Woche-Besuch der Kanzlerin und die Wahl in Niedersachsen an diesem Sonntag: "Wenn Merkel zwei Tage vor einer Landtagswahl die Grüne Woche eröffnet, dann ist Merkel in Not." Bei der Wahl gehe es auch um die Frage Massentierhaltung oder bäuerliche Landwirtschaft. Die Piratenpartei forderte einen Stopp der Agrarsubventionen. "Eine Agrarwende ist dringend notwendig", sagte Landwirtschafts-Expertin Birgitt Piepgras der dpa. Die Industrialisierung müsse gestoppt werden.

Aus Sicht von Bayerns Agrarminister Helmut Brunner (CSU) sollte die Branche stärker in den Dialog mit den Verbrauchern treten. "Ich rufe die Bauern auf, sich nicht in den Schmollwinkel zurückzuziehen." Immer mehr Menschen wollten wissen, wie Nahrungsmittel hergestellt würden. NRW-Ressortchef Johannes Remmel forderte eine Wende in der Landwirtschaft. "Die Politik, die auf Größe und Wachstum setzt, ist an ihr Ende gekommen", sagte der Grünen-Politiker. Er forderte gesetzliche Minderungsziele für den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Außerdem sollten Kunden gute Tierhaltung europaweit anhand einer einheitlichen Kennzeichnung ausmachen können.

dpa


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