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Springer will den digitalen Umbau des Unternehmens weiter beschleunigen.

Springer will den digitalen Umbau des Unternehmens weiter beschleunigen. © Daniel Reinhardt

Medien

Springer: Internet gleicht Print-Verluste aus

Der Medienkonzern Axel Springer ("Bild", "Die Welt") will nach dem Verkauf seiner Regionalzeitungen sowie von TV-und Frauenzeitschriften den digitalen Umbau des Unternehmens weiter beschleunigen.

Berlin. Der Erlös in Höhe von 920 Millionen Euro soll vor allem in journalistische Angebote im Netz und in das Geschäft mit digitalen Kleinanzeigen fließen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Mittwoch bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal 2013. Dabei konnte der Konzern Rückgänge im Print-Geschäft mit Zuwächsen im Digitalbereich nahezu ausgleichen.

Döpfner verteidigte den Verkauf des Print-Pakets an die Essener Funke-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") gegen Kritik aus der Verlagsbranche. "Ich verstehe die Ängste, die dieser Schritt unter einigen Journalisten-Kollegen ausgelöst hat. Aber ich bin mir sehr sicher, dass wir dadurch mehr zur Zukunftssicherung des Journalismus beigetragen haben als diejenigen, die in diesen Tagen so lautstark das Ende des Verlegertums beklagen", sagte Döpfner.

Der Verkauf des "Hamburger Abendblatts", der "Berliner Morgenpost" sowie von mehreren Zeitschriften, darunter "Hörzu" und "Bild der Frau", muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Springer habe keine Chance, mit den zur Disposition gestellten Zeitschriften Marktführer zu werden. Auch die Regionalblätter seien in einer Zeitungskette besser aufgehoben, meinte Döpfner. Er sei zuversichtlich, dass sich die Funke-Gruppe nach Veränderungen in ihrer Eigentürmerstruktur nun auf Investitionen konzentrieren werde.

Der Verkauf der "Washington Post" für umgerechnet nur 188 Millionen Euro an Amazon-Gründer Jeff Bezos sei eine "schockierende Nachricht" über die Bewertung von Zeitungen in den USA. Der Deal sei aber auch eine Bestätigung für den Kurs von Springer, sich auf die starken überregionalen Marken "Bild" und "Welt" zu konzentrieren. "Bei 188 Millionen Euro - dafür hätte ich die "Washington Post" auch gerne genommen", scherzte Döpfner.

Als ermutigendes Zeichen wertete Döpfner erste Zahlen zur Entwicklung des digitalen "Welt"-Abomodells. Ein halbes Jahr nach dem Start hat die Zeitung mehr als 47 000 Abonnenten im Netz. Das sind mehr als 20 Prozent der verkauften Printauflage von im Schnitt 227 248 Exemplaren im zweiten Quartal. Zusätzlich hätten sich 27 000 Print-Abonnenten einen Zugang zu den Angeboten für PC, Smartphone und Tablet freischalten lassen. Mit dem Bezahlmodell können bis zu 20 Artikel im Monat kostenlos online gelesen werden, danach müssen Leser ein Abo abschließen.

Im zweiten Quartal 2013 ging bei Springer der Umsatz um knapp ein Prozent auf 823,7 Millionen Euro zurück. Auf das erste Halbjahr gerechnet legten die Erlöse geringfügig um 0,4 Prozent auf 1,627 Milliarden Euro zu. Die Umsätze bei den Inlands-Zeitungen gingen im zweiten Vierteljahr um 11,5 Prozent zurück, bei den Zeitschriften lag das Minus bei 4,6 Prozent. Im Bereich Print International fielen die Erlöse um 8,8 Prozent. Das Segment Digitale Medien legte im selben Zeitraum um 15,5 Prozent zu.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging für das Quartal um 0,4 Prozent auf 171,6 (Vorjahreszeitraum: 172,2) Millionen Euro zurück. Im Halbjahr fiel es um 1,5 Prozent auf 303,9 Millionen Euro. Der Konzernüberschuss war im zweiten Quartal mit 83,3 Millionen Euro um 8,6 Prozent geringer als im Vorjahreszeitraum.

dpa


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