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Die Luftaufnahme zeigt das Gelände von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkocher in Salzgitter.

Die Luftaufnahme zeigt das Gelände von Deutschlands zweitgrößtem Stahlkocher in Salzgitter. © Julian Stratenschulte/Archiv

Stahl

Salzgitter AG: Dividendenplus trotz Krise

Jetzt geht es um jede Hütte, jeden Kocher in Deutschlands Stahlbranche. China hat doppelt so viel Stahl im Überangebot wie die EU überhaupt produziert. Erste Jobs daheim sind längst in Gefahr.

Salzgitter. Deutschlands zweitgrößter Stahlkocher Salzgitter rechnet für das laufende Jahr weiter mit ruinösen Preiskämpfen. Der Konkurrent China habe mit 300 Millionen Tonnen Stahl noch immer fast doppelt so viel im Überangebot wie die Europäische Union pro Jahr produziere.

"Gegen einen Tsunami gedumpter Importe sind wir machtlos", schreibt der Salzgitter-Vorstand in seiner am Freitag vorgelegten Jahresbilanz. "Das Geschäftsjahr 2016 stellt uns vor gewaltige Herausforderungen." Nicht zuletzt sei die Politik gefragt, noch entschiedener und rascher gegen Chinas Billigimporte vorzugehen.

Trotz wachsender Verluste und der schwelenden Branchenkrise will Salzgitter seine Dividende für 2015 erhöhen - auch aus "Zuversicht", dass die eigenen Weichen im Kampf gegen die Krise gestellt seien, sagte Konzernchef Heinz Jörg Fuhrmann. Der im MDax notierte Konzern plant, den Aktionären pro Anteilsschein für das vergangene Jahr 25 Cent zu zahlen, 5 Cent Plus oder umgerechnet 25 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dem Plan muss die Hauptversammlung im Juni noch zustimmen. Mit 25 Cent würde die Dividende wieder das Niveau von 2012 erreichen. Für die Jahre 2013 und 2014 waren 20 Cent geflossen. Die Salzgitter-Aktie reagierte positiv auf die Vorlage der Pläne.

Unter dem Strich hatte sich der Verlust bei Salzgitter 2015 merklich erhöht: Der Fehlbetrag wuchs im Jahresvergleich um 43 Prozent auf minus 45,5 Millionen Euro. Erst kürzlich hatte Konzernchef Fuhrmann Hunderte Stellenstreichungen für 2016 angekündigt. Betroffen sind die Werke Ilsenburg im Harz, Mülheim/Ruhr, Hamm und Siegen. Details zum Stellenabbau sind noch unklar und sollen sich 2016 konkretisieren.

Salzgitter bekräftigte am Freitag auch die Jahresprognose. 2016 soll demnach "einen annäherend stabilen Umsatz" von 8,6 Milliarden Euro bringen. Vor Steuern dürfte "in etwa" eine schwarze Null stehen. Das hänge maßgeblich an den politischen Anti-Dumping-Bemühungen und auch an der Höhe möglicher Sonderkosten beim Sparkurs des Unternehmens wie etwa Ausgaben für Sozialpläne bei denkbaren Stellenstreichungen.

Mit 26,5 Prozent besitzt das Land Niedersachsen als größter Aktionär eine Blockadeposition bei dem Stahlhersteller. Die 25 Cent Dividende bedeuten für das Land eine Ausschüttung von knapp 4 Millionen Euro.

Die gesamte Stahlbranche kämpft seit Jahren gegen Preisverfall, zu selten ausgelastete Fabriken und Billigimporte, vor allem aus China.

Just am Freitag forderten Niedersachsen, Sachsen und das Saarland in einem gemeinsamen Bundesrats-Antrag die Bundesregierung zu Schutzmaßnahmen für die deutsche Stahlindustrie auf. Bei der EU-Kommission müsse sich der Bund dafür stark machen, die deutschen Stahlhersteller durch eine wirkungsvoll ausgestaltete und effektive Außenhandelspolitik gegen chinesische Billigimporte zu schützen. "Die Branche befindet sich europaweit in einer schweren Krise", sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) im Bundesrat.

Als Beispiel verwies der Minister auch auf die Stellenstreichpläne bei Salzgitter. "Ich habe kein Interesse daran, dass den rund 86 000 Beschäftigten in der deutschen Stahlindustrie ein ähnliches Schicksal wie in anderen Teilen Europas droht", sagte Lies.

dpa


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