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Die 69 Tonnen schwere Maschine für Dreh-Fräsbearbeitung von Kurbelwellen, die in Chemnitz gebaut wurde, sollte eigentlich längst in Russland stehen. Das Bundesamt für Ausfuhr erteilte jedoch aufgrund der Russland-Sanktionen die Genehmigung nicht.

Die 69 Tonnen schwere Maschine für Dreh-Fräsbearbeitung von Kurbelwellen, die in Chemnitz gebaut wurde, sollte eigentlich längst in Russland stehen. Das Bundesamt für Ausfuhr erteilte jedoch aufgrund der Russland-Sanktionen die Genehmigung nicht. © Jan Woitas

Konflikte

Russland-Sanktionen setzen deutsche Wirtschaft unter Druck

Moskau (dpa) - Nach mehr als einem Jahr westlicher Sanktionen gegen Russland ist die Stimmung der deutschen Unternehmer im Riesenreich schlecht. "85 Prozent der Firmen beurteilen die Wirtschaftsentwicklung in Russland negativ oder leicht negativ", ergab eine Umfrage der Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau.

Schuld daran sind aber nicht nur die Strafmaßnahmen wegen der Ukraine-Krise. Vielmehr sei die schwache Gesamtsituation dem niedrigen Ölpreis und versäumten Strukturreformen geschuldet, teilte die AHK am Freitag mit. "Die Sanktionen verstärken diesen Trend nur, sie sind nicht der Auslöser", erklärte AHK-Präsident Rainer Seele. Vor allem der andauernd schwache Rubelkurs drücke auf das Jahresergebnis der Firmen.

Dennoch sei das Investitionsinteresse der rund 6000 deutschen Unternehmen in Russland ungebrochen. Für knapp drei Viertel sei das rohstoffreiche Land unter den Top Ten der Zielmärkte, für ein Viertel sogar auf Platz eins, geht aus der Umfrage hervor. An einen politischen Erfolg der Sanktionen glauben drei Viertel der Unternehmen demnach nicht.

Stattdessen fürchtet die deutsche Wirtschaft wachsende Konkurrenz aus China. Seit Beginn der Sanktionen 2014 hofiert die russische Führung verstärkt das Reich der Mitte und zielt auf chinesische Investitionen und engere Wirtschaftsverbindungen mit Peking ab.

"Wenn die Sanktionen verlängert werden und sie noch zwei oder drei Jahre gelten, dann können wir ein Problem bekommen", sagte der Moskauer AHK-Chef Michael Harms der Deutschen Presse-Agentur. Sollte indes ein Großteil der Strafmaßnahmen im Januar nicht verlängert werden, sehe er keine Schwierigkeiten.

Bislang gebe es noch keinen Grund zur Panik. "China verdrängt die Deutschen noch nicht", betonte Harms. "Dass Russland sich nach China orientiert, ist ein absolut natürlicher Prozess." China sei schon seit einigen Jahren einer der wichtigsten Handelspartner Russlands.

"Was wir aber fürchten, ist eine unfaire Konkurrenz, die durch politischen Druck entsteht", sagte Harms. In Unternehmerkreisen heißt es, dass russischen Firmen von Behörden nahegelegt werde, sich alternative Lieferanten in Asien zu suchen. Eine solche Entwicklung könnte die Lage für deutsche Firmen verschärfen, meinte Harms.

dpa


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