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Zurück in den schwarzen Zahlen: Rewe-Tocher Penny.

Zurück in den schwarzen Zahlen: Rewe-Tocher Penny. © Peter Kneffel

Handel

Rewe erwartet weiteren Preiskampf im Lebensmittelhandel

Auch der Kölner Handelsriese Rewe kann sich den von Aldi und Lidl ausgelösten Rotstift-Aktionen nicht entziehen. Denn die Grenzen zwischen Supermärkten und Discountern verschwimmen immer mehr.

Köln. Der Einzelhandelsriese Rewe rechnet im laufenden Jahr mit einer Fortsetzung des von den Discountern Aldi und Lidl ausgelösten Preiskampfes im Lebensmittelgeschäft. Auch Rewe werde sich den Rotstift-Aktionen nicht entziehen können, sagte Konzernchef Alain Caparros am Dienstag in Köln.

Auslöser für den Preiskampf war die Entscheidung von Discount-Marktführer Aldi, neben den üblichen Eigenmarken eine wachsende Zahl von Markenartikeln in sein Angebot aufzunehmen - oft zu Preisen deutlich unter dem üblichen Marktniveau.

Der Erzrivale Lidl reagierte darauf seinerseits mit massiven Preisaktionen. Dies habe zu einer deutlichen Verschärfung des Wettbewerbs im deutschen Lebensmittehandel geführt, sagte Rewe-Finanzchef Christian Mielsch.

Rewe kann sich der Entwicklung nach eigener Einschätzung auch deshalb nicht entziehen, weil die Grenzen zwischen Vollsortimentern und Discountern immer mehr verschwimmen. Durch die Aufnahme von immer mehr Markenartikeln bei Aldi und Angeboten wie Backautomaten seien die Billiganbieter zunehmend zu Vollversorgern geworden. Und sie arbeiteten weiter daran, ihr Angebot aufzuwerten, meinte Caparros.

Rewe will auf die Herausforderung mit mehr Vielfalt im eigenen Angebot reagieren. "Wir werden im Sortiment Trends wie Regionalität, Convenience, Vegetarisch und Vegan weiter ausbauen und stärken", kündigte der Konzernchef an. Auch bei Obst, Gemüse oder frischem Fleisch wolle das Unternehmen attraktiver werden.

Erweitern will Rewe außerdem sein Online-Angebot. Man sei hier Vorreiter in Deutschland und könne mit dem eigenen Lieferservice bereits rein rechnerisch rund 30 Millionen Verbraucher in 75 Städten erreichen. Zwar liege der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz mit Lebensmitteln in Deutschland bislang erst bei 0,8 Prozent - doch rechnet Rewe mit einem kontinuierlichen Wachstum des Marktes.

2015 war für Rewe Caparros zufolge ein "sehr erfolgreiches Jahr". Dem langjährigen Sorgenkind des Unternehmens - der deutschen Discount-Tochter Penny - gelang nach umfangreicher Sanierung die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Die Rewe-Supermärkte in Deutschland steigerten ihre Umsätze trotz des Preiskampfs der Discounter laut vorläufigen Zahlen um 5,5 Prozent. Die Rewe-Touristiksparte, zu der unter anderem die Reiseanbieter Dertour, Jahn-Reisen und ITS gehören, verbuchte auch dank der Übernahme des europäischen Reiseveranstalter-Geschäfts des Schweizer Kuoni-Konzerns ein Umsatzplus von 10,4 Prozent.

Insgesamt stieg der um Wechselkurs-Entwicklungen bereinigte Umsatz der Rewe-Gruppe aus fortgeführtem Geschäft um 3,7 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss werde voraussichtlich um rund 22 Prozent auf 383 Millionen Euro zulegen, sagte Caparros. Darin sei der Gewinn der selbstständigen Rewe-Kaufleute noch nicht enthalten. Deren operatives Ergebnis habe mit 250 Millionen Euro um 18 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Auch der Start ins neue Jahr verlief gut. Sowohl die Rewe-Supermärkte als auch die Discount-Tochter Penny konnten ihre Umsatze weiter steigern. Ein schwieriges Jahr erwartet Caparros dagegen für die Tourismus-Sparte. Die komplette Reisebranche spüre die Verunsicherung durch die Terroranschläge der vergangenen Monate, sagte er.

dpa


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