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Dank robustem Wirtschaftswachstum: Der staatliche Überschuss 2015 ist sogar noch größer als im Ausnahmejahr 2000.

Dank robustem Wirtschaftswachstum: Der staatliche Überschuss 2015 ist sogar noch größer als im Ausnahmejahr 2000. © Daniel Bockwoldt/Illustration

Konjunktur

Rekordüberschuss und robuste Konjunktur

Bisher stemmt sich die deutsche Wirtschaft erfolgreich gegen die Abkühlung der Weltkonjunktur. Doch der Blick nach vorn wird immer skeptischer. Ist es mit dem Aufschwung bald vorbei?

Wiesbaden/München. Noch läuft die deutsche Konjunktur rund - doch die Furcht vor einer Abkühlung wächst in den Chefetagen vieler Unternehmen.

Im vergangenen Jahr konnten sich Bund, Länder und Gemeinden angesichts der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt und des robusten Wirtschaftswachstums über einen Rekordüberschuss freuen. Doch vor allem die Industrie reagiert zunehmend nervös auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten und die Wachstumsschwäche in den Schwellenländern.

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen nahmen im vergangenen Jahr unter dem Strich rund 19,4 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Das war der höchste Überschuss seit der Wiedervereinigung. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung fiel das Plus nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 0,6 Prozent noch etwas größer aus als die in der Januarschätzung angenommenen 0,5 Prozent.

Im Gesamtjahr 2015 wuchs die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent. Von Oktober bis Dezember legte das Bruttoinlandsprodukt um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das Statististische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. Damit bestätigten die Statistiker erste Berechnungen.

Wachstumsimpulse kamen im vierten Quartal vor allem aus dem Inland: Wegen des Zinstiefs lohnt sich traditionelles Sparen kaum noch, viele Menschen geben ihr Geld daher lieber aus. Weil Tanken und Heizen wegen der niedrigen Ölpreise vergleichsweise billig ist, haben Verbraucher zudem mehr Geld für den Konsum übrig. Die privaten Haushalte gaben 0,2 Prozent mehr aus als im Vorquartal. Und auch die Milliardenausgaben von Bund, Ländern und Kommunen zur Bewältigung der Flüchtlingszuwanderung stützen die Konjunktur. Die Konsumausgaben des Staates erhöhten sich kräftig um 1,0 Prozent.

Allerdings nimmt der Gegenwind für die deutsche Wirtschaft zu. Wichtige Absatzmärkte wie China schwächeln, auch aus den USA kamen zuletzt schwächere Konjunkturdaten. Schon zum Jahresende bremste der Außenhandel die Entwicklung. Dennoch sehen die meisten Ökonomen Deutschland auch im laufenden Jahr auf einem robusten Wachstumspfad.

Bei den Unternehmen wachsen allerdings die Zukunftssorgen, wie sich am dritten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex in Folge ablesen lässt. Das Konjunkturbarometer fiel im Februar überraschend deutlich von 107,3 Punkten im Vormonat auf 105,7 Punkte, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München mitteilte. Drei Rückgänge in Folge werden traditionell als Abschwungsignal gedeutet. "Die Sorgen der deutschen Wirtschaft werden größer, insbesondere in der Industrie", erklärte der scheidende Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Ihre aktuelle Lage schätzten die rund 7000 befragten Firmen aus Industrie, Einzel- und Großhandel sowie aus der Bauwirtschaft im Februar leicht besser ein. Der entsprechende Index stieg von 112,5 auf 112,9 Punkte. Der Blick in die Zukunft fiel allerdings deutlich pessimistischer aus: Der Erwartungsindex rutschte von 102,3 auf 98,8 Punkte. Experten hatten zwar mit einem neuerlichen Rückgang des Ifo-Index gerechnet, aber einen weniger deutlichen Dämpfer erwartet.

dpa


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