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Der Stopp der Flüge aus Russland und Großbritannien trifft die ägyptische Tourismusindustrie hart.

Der Stopp der Flüge aus Russland und Großbritannien trifft die ägyptische Tourismusindustrie hart. © Benno Schwinghammer/Archiv

Tourismus

Reiseveranstalter sehen keinen Einbruch bei Ägypten-Buchungen

Der Stopp der Flüge aus Russland und Großbritannien trifft die ägyptische Tourismusindustrie hart. Die Hoffnungen ruhen auf Urlaubern aus anderen Ländern - zum Beispiel aus Deutschland.

Frankfurt/Main. Deutsche Urlauber scheinen Ägypten trotz des Flugzeugabsturzes mit 224 Toten auf dem Sinai die Treue zu halten. Tui und Thomas Cook berichteten zwar von Anfragen wegen der Sicherheit in dem Land. Einen Einbruch bei den Buchungen gebe es aber nicht.

Der Badeort Scharm el Scheich auf dem Sinai spiele für sie allerdings auch keine große Rolle. Beliebte Ziele der Deutschen sind vor allem Hurghada oder Marsa Alam.

"In Reisebüros und Call-Centern gab es vermehrt Anfragen von Kunden wegen Ägypten-Reisen generell", sagte ein Tui-Sprecher. Vereinzelt habe es in den letzten Tagen auch Umbuchungen oder Stornierungen gegeben. Die Nachfrage habe vergangene Woche etwas nachgelassen, sagte ein Sprecher von Thomas Cook.

Beim Veranstalter FTI ging das Interesse an Scharm el Scheich in der Woche des Absturzes den Angaben zufolge zurück. Allerdings seien die Flüge für die kommenden fünf Wochen ausgebucht. "Und wir gehen davon aus, dass es so bleibt", teilte das Unternehmen mit. Der Badeort auf dem Sinai steht bei den Münchnern für einen Anteil von 7 Prozent des Gästeaufkommens bei Ägyptenreisen.

Der Tourismus in dem Land hatte sich nach dem dramatischen Einbruch während des arabischen Frühlings 2011 zuletzt wieder erholt. Seit etwa einem Jahr gebe es zweistellige Zuwachsraten, sagte der Tui-Sprecher. Auch Thomas Cook berichtete von steigender Nachfrage. Ob der Absturz der russischen Passagiermaschine die Erholung zum Erliegen bringt, ist derzeit schwer abzuschätzen.

Westliche Geheimdienste vermuten einen Terroranschlag als Ursache der Tragödie vom 31. Oktober. Russland als Heimatland der betroffenen Fluggesellschaft Metrojet legt sich dazu nicht fest.

Der Leiter des ägyptischen Fremdenverkehrsamts, Tamer Marzouk, rechnet mit einer Million deutscher Touristen in diesem Jahr. Zwischen Januar und Ende September dieses Jahres reisten nach seinen Angaben 736 590 Deutsche in das Land, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. 2014 kamen insgesamt 877 228 deutsche Gäste.

Bisher deute nichts darauf hin, dass viele Reisende ihren Urlaub nun wegen des Verdachts auf eine Terrorattacke auf das russische Passagierflugzeug stornierten, hatte Marzouk jüngst gesagt. Das Auswärtige Amt in Berlin hat seinen Reisehinweis für Ägypten nach dem Absturz nicht verschärft, die Teilreisewarnung gilt weiterhin nur für die nördliche Sinai-Halbinsel. Aus diesem Grund können deutsche Urlauber Reisen in Ferienorte wie Hurghada oder Marsa Alam nicht ohne Gebühren stornieren. 

Hart trifft Ägypten allerdings der Stopp der Flüge aus Russland und Großbritannien. Das werde das Land monatlich umgerechnet rund 260 Millionen Euro kosten, zitierten ägyptische Medien Tourismusminister Hischam Sasu jüngst. Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen des arabischen Landes.

dpa


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