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Touristen in Sharm el-Sheikh: Anschläge in beliebten Reiseregionen verunsichern die Bundesbürger.

Touristen in Sharm el-Sheikh: Anschläge in beliebten Reiseregionen verunsichern die Bundesbürger. © Khaled Elfiqi/Archiv

Tourismus

Reiseindustrie spürt Verunsicherung der Urlauber

Anschläge in beliebten Reiseregionen verunsichern die Bundesbürger. Das bekommt die deutsche Tourismusindustrie deutlich zu spüren. Doch die Hoffnung auf eine Trendwende wächst.

Frankfurt/Main. Das Sommerreisegeschäft kommt nach den Anschlägen in beliebten Urlaubsregionen nur schleppend in Schwung.

"In den letzten zwei Wochen sehen wir eine deutliche Erholung und eine insgesamt positive Buchungsentwicklung", sagte der Präsident des Branchenverbandes DRV, Norbert Fiebig. Insgesamt liegen die Buchungen derzeit jedoch unter denen des Vorjahreszeitraums. Die Prognose für das Reisejahr fällt verhalten aus.

Ziel sei es, nicht deutlich unter dem starken Vorjahr zu bleiben, sagte Fiebig. "Entscheidend wird vor allem die Entwicklung in der Türkei und in Ägypten sein." Insbesondere das deutliche Buchungsminus von 40 Prozent für die Türkei - Rang drei der beliebtesten Ziele der Bundesbürger im vergangenen Jahr - trübt die Bilanz vor Beginn der weltweit größten Reisemesse ITB in Berlin (9. bis 13.März). Ein Selbstmordattentäter hatte im Januar in Istanbul elf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen.

Ein Buchungsminus in ähnlicher Größenordnung verzeichnen aktuell auch Ägypten und Tunesien. Insgesamt hatten nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK bisher fast eine Million weniger Bundesbürger ihren Sommerurlaub gebucht als 2015.

Fiebig ist dennoch zuversichtlich: "Die Deutschen werden auch 2016 nicht auf ihren Urlaub verzichten". Krisen hätten in der Regel nur einen kurzzeitigen Effekt. Gefragt seien derzeit vor allem Reiseziele im westlichen Europa wie Spanien, Portugal oder Italien und Deutschland. "Ich bin aber zuversichtlich und sicher, dass wir auch bei weiteren traditionellen Ferienzielen wie der Türkei und Ägypten wieder mehr Buchungen sehen werden", sagte Fiebig. Für Griechenland insgesamt ziehe die Nachfrage derzeit an, trotz der Flüchtlingskrise auf einigen Inseln wie Lesbos.

Fiebig begründete seinen Optimismus mit der Konsumlust der Verbraucher, der niedrigen Arbeitslosigkeit und der geringe Inflationsrate. "Das sind gute Voraussetzungen für ein erfolgreiches Reisejahr". In den vergangenen fünf Jahren hätten die Bundesbürger ihre Reiseausgaben jedes Jahr um 5,5 Prozent gesteigert. Dabei organisierten sie ihren Urlaub immer häufiger über professionelle Anbieter. "Spontane und selbstorganisierte Reisen ohne Vorausbuchung werden seltener", sagte Fiebig.

Das vergangene Touristikjahr 2014/15 schlossen die deutschen Reiseveranstalter nach DRV-Angaben mit einem Umsatzanstieg von fast vier Prozent auf 27,3 Milliarden Euro ab. Die Zahl der Gäste stieg um fast ein Prozent. Die Zahl der stationären Reisebüros wuchs das zweite Jahr in Folge auf nunmehr 9880. Die Phase der Marktbereinigung scheine damit seit 2014 vorbei, erklärte der DRV. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf den Rekordwert von 23,7 Milliarden Euro.

dpa


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