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Erstmals konnte Porsche mehr als 200 000 Sport- und Geländewagen in einem Jahr verkaufen.

Erstmals konnte Porsche mehr als 200 000 Sport- und Geländewagen in einem Jahr verkaufen. © Ingo Wagner

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Porsche bleibt Gewinnbringer für VW

Im VW-Konzern ist Porsche eine Ertragsperle, auch 2015 wurde ein satter Gewinn eingefahren. Ein Großteil davon geht gen Wolfsburg. Könnte künftig mehr abfließen, falls die Mutter Volkswagen größere Belastungen aus dem Abgas-Skandal stemmen muss?

Stuttgart. Nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte dämpft der Sport- und Geländewagenbauer Porsche die Erwartungen für 2016.

Zurückhaltung sei angebracht, etwa wegen hoher Kosten für die Entwicklung des geplanten Elektro-Porsches und schlechterer Rahmenbedingungen in China, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke.

Der Umsatz wird nach seiner Einschätzung nur leicht steigen. Nach fünf Rekordjahren in Folge kündigt sich damit eine Verschnaufpause beim bisher rasanten Wachstum an. Seit 2010 hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf 24 500 nahezu verdoppelt.

Porsche hat ein sehr gutes Jahr 2015 hinter sich, um je ein Viertel stiegen der Umsatz (auf 21,5 Milliarden Euro) und das operative Ergebnis (3,4 Milliarden Euro). 225 000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, ein Plus von knapp 19 Prozent. Auch die Umsatzrendite - also der Anteil des Gewinns am Umsatz - blieb mit 16 Prozent hoch.

Ein Großteil des Nachsteuer-Gewinns von 2,3 Milliarden Euro fließt ab, und zwar 1,9 Milliarden Euro - davon landen 1,7 Milliarden Euro in Wolfsburg. 2014 waren es etwa 700 Millionen Euro weniger.

Wird Porsche von VW also mehr zur Kasse gebeten, um Diesel-Lasten zu tragen? Finanzvorstand Meschke schüttelte den Kopf - der Anstieg habe damit nichts zu tun. 2015 sei nun einmal gut gelaufen, also müsse man - auch wegen eines starken Deutschland-Geschäfts - eben mehr Gewinn abführen. "Da sind keine besonderen Geheimnisse enthalten, dass hier jemand mehr Geld von uns haben wollte als in der Vergangenheit."

Meschke widersprach der Annahme, Volkswagen könnte wegen des Abgas-Skandals künftig tiefer bei Porsche in die Kasse greifen. Es gebe keine Bestrebungen, den bestehenden Vertrag zur Ergebnisabführung zu ändern. Vorstandschef Oliver Blume betonte, man stehe hinter der Konzernmutter: "Wir stärken VW den Rücken."

Porsche ist bisher kaum vom Diesel-Skandal betroffen, nur rund 13 000 Exemplare des Geländewagen-Modells Cayenne in den USA enthalten bisherigen Erkenntnissen zufolge die Betrugssoftware. Es geht um Fahrzeuge der Jahrgänge 2013 bis 2015 - gemessen am weltweiten Porsche-Absatz in dem Zeitraum ist das ein Anteil von etwa zwei Prozent. Der Motor für Porsches Dieselwagen kommt von Audi.

Für Nachbesserungen, Rückrufe, Rechtsrisiken und Kulanzaktionen für US-Kunden sei "ein sehr kleiner dreistelliger Millionenbetrag" in die Bilanz eingestellt worden, sagte Meschke: "Entärgerungsmaßnahmen müssen großzügig sein." Aus der Bilanz für 2015 geht hervor, dass sich die sonstigen Rückstellungen um 123 Millionen Euro erhöht haben.

Der Start ins Jahr 2016 war gut, im Januar und Februar stiegen die Porsche-Auslieferungen um 14 Prozent auf 35 000. Die Kernmarke der Mutte VW lieferte im Februar hingegen weltweit 394 400 Fahrzeuge aus - 4,7 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im Januar hatten die Verkäufe im Jahresvergleich noch um 2,8 Prozent zugelegt.

dpa


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