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Die Rücksendequote bei Zalando liegt nach bisherigen Informationen bei rund 50 Prozent gemessen am Umsatz.

Die Rücksendequote bei Zalando liegt nach bisherigen Informationen bei rund 50 Prozent gemessen am Umsatz. © Marc Tirl/Archiv

Handel

Paragraphen-Flut bei Zalando-Hauptversammlung

Es war schon eine seltsame Mischung: Die Internet-Firma Zalando, die sich stets besonders dynamisch gibt, im engen rechtlichen Korsett einer Hauptversammlung. Zum Auftakt des Aktionärstreffens, das nach dem Börsengang von vergangenem Herbst erstmals öffentlich sein musste, kam die Paragraphen-Keule.

Berlin. e. Lothar Lanz, ein früherer Finanzchef der TV-Gruppe ProSiebenSat.1 und des Medienkonzerns Springer, las ebenso routiniert wie monoton die Tagesordnung vor.

Irgendwann zum Ende der ersten halben Stunde war Mitgründer und Vorstand Robert Gentz anzusehen, dass es nicht sein Element ist. Er rutschte ungeduldig auf seinem Stuhl auf der Bühne und flüsterte mit seinem Kollegen Rubin Ritter. Immerhin ersetzte Zalando den steifen Vorstandsvortrag der klassischen Hauptversammlung mit einem Interview mit den drei Top-Managern. Der Nachrichtengehalt der sorgsam abgewogenen Antworten blieb dennoch überschaubar.

So weiß man jetzt, dass die kostenlosen Retouren trotz der damit einhergehenden Kosten nicht zur Disposition stehen. Dass die Aktionäre sich trotz des Sprungs in die schwarzen Zahlen erstmal keine Hoffnungen auf eine Dividende machen sollten. In den kommenden drei Jahren sei definitiv keine Ausschüttung geplant, sagte Ritter zunächst - und korrigierte sich dann auf ein unpräziseres "in den nächsten Jahren".

Eine eventuelle große Nachricht steht ohnehin erst am Mittwoch an: Am Abend wird die Deutsche Börse bekanntgeben, ob Zalando in den Auswahlindex MDAX aufsteigt. Nur gut ein halbes Jahr nach dem Börsengang wäre das so etwas wie ein kleiner Ritterschlag.

Zumindest gab es am Dienstag einen kleinen Einblick in die Zukunftspläne. So könnte Zalando auch weitere "Lifestyle-Produkte" wie Kosmetik verkaufen. Außerdem will das Berliner Start-up verstärkt zu einer Plattform für Marken werden. In diesem Fall würde nicht Zalando einen Artikel verkaufen, sondern der Hersteller selbst - vielleicht auch mit schneller Lieferung aus einem seiner stationären Läden. Zalando bekäme dann eine Kommission für die Nutzung der Plattform.

Überhaupt konnte es nicht viele Überraschungen geben bei dieser Hauptversammlung: Auch nach dem Börsengang im vergangenen Oktober halten die Altaktionäre einen Anteil von mehr als 75 Prozent und haben damit Zalando weiterhin fest im Griff. Daher war das in Beton erstarrte Zirkuszelt des Berliner Tempodroms auch noch sichtlich zu groß für eine Zalando-Hauptversammlung. Und das bei einer außergewöhnlich hohen Anwesenheitsquote von fast 91 Prozent des Aktienkapitals.

Entsprechend gab es ganze vier Wortmeldungen. Neben den üblichen Aktionärsvertretern etwa von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger oder der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz war immerhin auch ein privater Anteilseigner dabei. Johannes Schwarz, der zehn Zalando-Aktien im aktuellen Wert von rund 300 Euro hält, wollte unter anderem mehr zu den Geschäftsrisiken wissen - und wies nebenbei auch auf einen Fehler im Jahresbericht 2014 hin. Mit den Antworten auf seine Fragen blieb Schwarz unzufrieden: "Da sind sie schon auf MDAX-Niveau - nichts Konkretes."

dpa


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