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Pro Woche müssen Tarifbeschäftigte in Ostdeutschland gut eine Stunde länger arbeiten als die Kollegen im Westen.

Pro Woche müssen Tarifbeschäftigte in Ostdeutschland gut eine Stunde länger arbeiten als die Kollegen im Westen.
 © dpa

Tarife

Ostdeutsche arbeiten immer noch länger

27 Jahre nach der Einheit müssen Tarifbeschäftigte in Ostdeutschland immer noch länger arbeiten als im Westen. Die 35-Stunden-Woche kennen die meisten nur vom Hörensagen.

Düsseldorf/Frankfurt.  In Ostdeutschland müssen Tarifbeschäftigte durchschnittlich eine gute Stunde pro Woche länger arbeiten als ihre Kollegen im Westen. 38,7 Stunden Wochenarbeitszeit stehen dort im Schnitt in den Tarifverträgen, im Westen sind es hingegen nur 37,6 Stunden, so dass sich für sämtliche Tarifbeschäftigten ein gesamtdeutscher Durchschnittswert von 37,7 Stunden ergibt. Das geht aus dem am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Arbeitszeitkalender der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Deren WSI-Tarifarchiv hat für die jährliche Studie Tarifverträge aus 25 Branchen ausgewertet und erhebliche Unterschiede festgestellt. Die vereinbarte Arbeitszeit schwankt zwischen 34 Stunden bei der Deutschen Telekom AG und 40 Stunden etwa im gesamtdeutschen Bauhauptgewerbe oder in der Landwirtschaft.

Deutsche leisten Millionen Überstunden

Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit liegt Befragungen zufolge mit 43,5 Stunden ohnehin weit über dem tariflich vereinbarten Maß. Das liegt zu einem an durchschnittlich längeren Arbeitszeiten für nicht tarifgebundene Arbeitnehmer und an etlichen tariflichen Ausnahmeregelungen wie in der Metallindustrie, erläuterte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Thorsten Schulten. Hinzu kommen Millionen bezahlte und unbezahlte Überstunden.

Im Osten kennen selbst Tarifbeschäftigte die 35-Stunden-Woche nur vom Hörensagen. Gerade einmal für 9,1 Prozent gilt diese Obergrenze, während vier von zehn Tarifbeschäftigten noch eine 40-Stunden-Woche haben. Im Westen haben nur noch 8,3 Prozent eine derart lange Regelarbeitszeit.

Gewerkschaften fehlt die Durchschlagskraft

Auf lange Sicht hat sich seit den 1990er-Jahren an der Arbeitszeit im Westen kaum noch etwas geändert. Für einzelne Berufsgruppen beispielsweise im öffentlichen Dienst wurde sie sogar wieder verlängert. Im Osten hat sich die vertraglich fixierte Wochenarbeitszeit seit 1994 hingegen um eine Stunde verringert. Dass sie immer noch über der Arbeitszeit im Westen liegt, hängt auch mit der fehlenden regionalen Durchschlagskraft der Gewerkschaften in einzelnen Wirtschaftszweigen zusammen.

Die IG Metall will in der anstehenden Tarifrunde für die Metall- und Elektroindustrie individuelle Arbeitszeitverkürzungen auf bis zu 28 Stunden mit Rückkehrrecht durchsetzen. Bestimmte Personengruppen wie junge Eltern oder pflegende Familienangehörige sollen dabei einen Lohnausgleich erhalten.

Von RND/dpa


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