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McDonald's will gegen sein Junk-Food-Image angehen.

McDonald's will gegen sein Junk-Food-Image angehen. © Peter Kneffel

Gastgewerbe

Öko-Offensive: McDonald's probt die Grünkohl-Revolution

Der Burger-Riese McDonald's macht im Kampf gegen sein Junk-Food-Image Ernst: Die weltgrößte Schnellrestaurant-Kette serviert ab sofort das Trendgemüse Grünkohl - zumindest probeweise.

Oak Brook. "Wir testen in neun Filialen in Südkalifornien zwei neue Frühstücksgerichte und eines davon enthält Grünkohl und Spinat", sagte eine Sprecherin am Mittwoch auf Nachfrage. Ob die Öko-Offensive auch in Deutschland geplant sei, wollte sie nicht verraten.

Gerüchte, der kriselnde Branchenführer könne auf den Bio-Zug aufspringen, gab es schon länger. Grünkohl boomt in den USA nicht nur bei Vegetariern, auch bei fitness- und gesundheitsbewusster Kundschaft generell. Es wird teilweise als regelrechtes "Superfood" gefeiert. Mit deutscher Hausmannskost hat "Kale", wie das Gemüse auf englisch heißt, aber wenig gemein - es kommt in der Regel nicht mit Pinkelwurst, sondern ungekocht in Salaten oder Shakes ("Smoothies") zum Einsatz.

McDonald's kämpft schon seit Monaten mit Umsatzschwund und Imageproblemen. "Big Mac" und Co. sind im US-Heimatmarkt out. Vor allem jüngere Kunden fliehen zur Konkurrenz. Der neue Chef Steve Easterbrook, der im März den glücklosen Don Thompson ersetzte, kündigte jüngst einen radikalen Wandel an, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Vor wenigen Monaten hatte sich McDonald's noch in seiner Werbung über den Grünkohl-Trend lustig gemacht.

Die überholte Speisekarte ist nur ein kleiner Teil eines großen Sanierungsplans, der den angeschlagenen Burger-Konzern aus der Krise bringen soll. McDonald's-Chef Easterbrook hatte sich erst kürzlich mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt und entschlossene Reformen angekündigt: "Ich werde nicht vor der dringenden Notwendigkeit zurückschrecken, dieses Geschäft neu auszurichten."

Easterbrook will die internationalen Sparten künftig nach Wachstumspotenzial aufteilen und bündeln. Zudem sollen noch deutlich mehr der insgesamt 36 200 Filialen an Franchise-Nehmer verkauft werden. Der Anteil der von Partnern geführten Restaurants soll in den nächsten vier Jahren um 3500 von derzeit 81 auf 90 Prozent steigen. Damit zieht sich McDonald's weiter aus dem operativen Alltagsgeschäft zurück und setzt dafür mehr auf Lizenzgebühren.

Die stärkere Einbindung von externen Filialmanagern werde die Bürokratie verringern und effizientere Entscheidungsprozesse zulassen, so Easterbrooks Hoffnung. Die Umbaumaßnahmen sollen die Kosten um etwa 300 Millionen Dollar (269 Mio Euro) pro Jahr senken. "Die Realität ist, dass unsere Performance zuletzt schlecht gewesen ist - die Zahlen lügen nicht", gestand der McDonald's-Chef ein.

dpa


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