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Hätte sich gerne andere Zahlen gewünscht: Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos.

Hätte sich gerne andere Zahlen gewünscht: Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos. © Olivier Hoslet/Archiv

EU

Neue Rekord-Arbeitslosigkeit entsetzt Spanien und EU

Ein deutlicher Anstieg der spanischen Arbeitslosenquote auf den neuen Rekordwert von 27,2 Prozent hat im Eurokrisenland und auch in Brüssel Entsetzen und Kritik ausgelöst.

Madrid. Im ersten Quartal 2013 kletterte die Zahl der Erwerbslosen erstmals in der Geschichte des Landes auf über sechs Millionen.

Wie die Statistik-Behörde INE am Donnerstag mitteilte, betrug der Anstieg im Vergleich zum Vorquartal 1,1 Punkte. Mit 6,2 Millionen lag die Zahl der Arbeitslosen demnach um knapp 240 000 höher als im Schlussquartal 2012.

Nicht nur die Gewerkschaften und die linksgerichtete Opposition prangerten daraufhin die Wirtschafts- und Arbeitspolitik der konservativen Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy an. Auch bürgerlich-liberale Regionalparteien wie die katalanische CiU und die baskische PNV sprachen von "unmoralischen Zahlen" und einer "dramatischen Situation". Sie forderten eine dringende Umorientierung.

EU-Währungskommissar Olli Rehn bezeichnete die Zahlen als inakzeptabel. Man erwarte, dass Rajoy schon am Freitag der Öffentlichkeit neue Programme zur Ankurbelung der Wirtschaft vorstelle, sagte Rehn am Donnerstag im Europaparlament in Brüssel.

Nach den Zahlen der INE gibt es inzwischen in Spanien fast 3,5 Millionen Menschen (mehr als die Hälfte der Erwerbslosen also), die seit mehr als einem Jahr auf Jobsuche sind. Mit 16,6 Millionen lag die Zahl der Beschäftigten unterdessen um 4,58 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Das ist das geringste Beschäftigungsniveau seit über zehn Jahren (2002).

Die Zahl der Haushalte, in denen alle Mitglieder arbeitslos sind,

 

erhöhte sich um gut 72 000 auf 1,9 Millionen. Besonders schlimm ist die Situation für die jüngeren Generationen. Die Jugendarbeitslosenquote stieg laut INE um mehr als zwei Punkte auf 57,2 Prozent. In Spanien gebe es eine "Sozialkatastrophe", klagte der Führer der Vereinigten Linken (IU), Cayo Lara.

 

Die Regierung bemühte sich derweil in einer ersten Stellungnahme, die positiven Entwicklungen hervorzuheben. Der Rhythmus der Job-Zerstörung habe sich im ersten Quartal mit 237 400 Erwerbslosen mehr im Vergleich zur Zunahme im selben Zeitraum des Vorjahres (365 900) abgeschwächt, sagte der Staatssekretär für Wirtschaft Fernando Jiménez Latorre. Das deute auf eine Umkehrung des Trends hin. Wegen der winterlichen Flaute in der Tourismusbranche erhöhten sich die Arbeitslosenzahlen zudem traditionell zum Jahresbeginn.

dpa


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