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Laut einem «Spiegel»-Bericht sollen mindestens 30 Manager in den Abgas-Skandal verwickelt sein. Die Wolfsburger weisen dies zurück.

Laut einem «Spiegel»-Bericht sollen mindestens 30 Manager in den Abgas-Skandal verwickelt sein. Die Wolfsburger weisen dies zurück. © Peter Steffen/Archiv

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Neue Hiobsbotschaften treffen VW

Wer wusste von den manipulierten Abgaswerten bei VW? Laut "Spiegel" waren es nicht nur die "Fehler einiger Weniger", so wie es der Konzern bisher beteuert. Vielmehr sollen Dutzende Manager Bescheid gewusst haben. Volkswagen dementiert scharf.

Wolfsburg. Beim VW-Abgas-Skandal sollen einem Bericht zufolge Dutzende Manager ihre Finger im Spiel gehabt haben - doch der Konzern wehrt sich entschieden gegen diese Vorwürfe.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Spiegel" sollen mindestens 30 Führungskräfte von den jahrelangen Manipulationen gewusst haben. "Die Zahl entbehrt jeglicher Grundlage", sagte ein Konzernsprecher.

Laut "Spiegel" deuten zudem Indizien darauf hin, dass der Kreis der Mitwisser sogar noch größer sei. Das Hamburger Magazin zitierte eine nicht näher beschriebene Quelle, die mit der Aufklärung betraut sei, und beruft sich auf die ersten Ergebnisse der internen Revision sowie der extern mit der Aufklärung betrauten US-Anwaltskanzlei Jones Day.

Am Mittwoch öffnete sich noch eine weitere Baustelle: Der Konzern verliert mit Winfried Vahland einen Top-Manager, auf dem große Hoffnungen ruhten für eine Aufarbeitung der Krise und den Neustart in den USA. Der 58-Jährige verlässt VW und tritt seine neue Aufgabe in Nordamerika, dem Ursprungsland der Abgasaffäre, nun doch nicht an.

Mit dem Abgang des bisherigen Skoda-Chefs Vahland verliert VW einen seiner erfahrensten Manager. Der Konzern wollte die Trennung, die die "Auto Bild" am Mittwoch gemeldet hatte, nicht kommentieren.

Vahland wird damit doch nicht - wie Ende September zunächst verkündet - zum Chef für die neu geschaffene Region Nordamerika mit den Märkten USA, Mexiko und Kanada. Konzernkreise bestätigten die Angaben am Mittwoch. In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um jahrelang manipulierte Abgaswerte begonnen, zudem kämpft Volkswagen dort seit Jahren mit Absatzproblemen. Vahland war lange auch als möglicher Nachfolger für Konzernchef Martin Winterkorn gehandelt worden, kam dann aber nach dessen Rücktritt Ende September doch nicht zum Zuge.

Derweil hatte die Spitze des VW-Aufsichtsrates nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagabend abermals bei einer Sitzung über die größte Unternehmenskrise in der VW-Geschichte beraten. An (diesem) Donnerstag versammeln sich zudem die 400 Top-Manager des Konzerns in Leipzig. Dort will der neue Vorstandschef Matthias Müller über die Ermittlungen, die anstehenden Rückrufe und die verschärften Sparziele informieren. Am Dienstag hatte VW-Markenchef Herbert Diess mitgeteilt, pro Jahr eine Milliarde Euro an geplanten Investitionen streichen zu wollen und die Sparbemühungen weiter zu verschärfen.

Der Rotstift trifft dabei auch Dresden. In der sächsischen Stadt wird der Phaeton gebaut, das Spitzenmodell der Pkw-Kernmarke. Laut Diess' Plänen vom Dienstag bekommt der Phaeton anders als geplant keinen herkömmlichen Nachfolger mit Verbrennungsmotor, sondern wird zum reinen E-Modell mit Batterieantrieb. Wie dpa aus Konzernkreisen erfuhr, startet der E-Phaeton frühestens 2019. Zur Messe IAA Mitte September - kurz vor dem Ausbruch der Abgasaffäre - hatte es in VW-Kreisen noch geheißen, dass der Phaeton-Nachfolger 2016 komme.

Unklar ist, was der Aufschub für die Jobs in der Gläsernen Manufaktur bedeutet, wo der Phaeton in Handarbeit gebaut wird. Allerdings hat Volkswagen Erfahrung darin, Produktion flexibel zu verschieben - und auch bei den Luxus-Schwestermarken Porsche, Bentley und Bugatti fällt ähnlich wie beim Phaeton ein hoher Anteil Handarbeit an.

Der Skandal beschäftigt indes auch weiter die Politik. So pocht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) darauf, dass die Autobauer die Kosten neuer Abgaskontrollen tragen. Laut einer EU-Richtlinie soll es neben Labormessungen bei der Zulassung von Fahrzeugtypen auch zusätzliche Stichproben auf der Straße geben, erläuterte Hendricks am Mittwoch in Berlin. "Die dafür notwendigen Kosten soll die Industrie selber übernehmen."

Dies sei bei industriellen Anlagen ebenfalls so. "Der Dieselantrieb hat nur dann eine Zukunft, wenn die Industrie beweist, dass sie ihn wirklich sauber bekommt", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" die Ministerin.

dpa


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