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Roboter der deutschen Firma Kuka im VW-Werk in Wolfsburg.

Roboter der deutschen Firma Kuka im VW-Werk in Wolfsburg. © Julian Stratenschulte

Maschinenbau

Midea legt Offerte für Kuka vor

Midea legt die Karten auf den Tisch. Die Chinesen wollen ihre Beteiligung an Kuka auf mindestens 30 Prozent ausbauen. Die IG Metall fordert Sicherheit für Jobs und sensible Daten bei dem Roboterbauer.

Augsburg. Der chinesische Haushaltsgerätehersteller Midea macht mit seinen Übernahmeplänen für den Roboterbauer Kuka ernst. Die Chinesen legten ein offizielles Übernahmeangebot vor. Sie wollen ihre Beteiligung an dem Augsburger Unternehmen deutlich auf über 30 Prozent ausbauen.

Wie groß der Anteil am Ende wirklich sein wird, hängt davon ab, wie viele Aktionäre ihre Anteilsscheine abgeben. Spekulationen, der schweizerische Industriekonzern ABB prüfe eine Gegenofferte, blieben bisher unkommentiert. Die IG Metall pocht derweil auf eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze bei dem Roboterbauer.

Midea bietet 115 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen demnach mit knapp 4,6 Milliarden Euro. Die Annahmefrist läuft bis zum 15. Juli um Mitternacht. Midea bekräftigte, es solle kein Beherrschungsvertrag abgeschlossen und Kuka auch nicht von der Börse genommen werden. "Wir wollen das Wachstum von Kuka fördern und gemeinsam das große Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes erschließen", sagte Midea-Chef Paul Fang laut Mitteilung.

Zu Berichten, Midea begnüge sich auf Druck der Bundesregierung mit einem Maximum von 49 Prozent der Aktien, sagte eine Midea-Sprecherin, rein rechtlich sei die Festlegung einer solchen Obergrenze nicht möglich. Midea hält bereits über zehn Prozent der Kuka-Aktien.

Kuka hatte sich bisher offen für das Ansinnen der Chinesen gezeigt. Das konkrete Angebot will der Vorstand prüfen und spätestens in zwei Wochen eine Stellungnahme abgeben. "Wir werden nun Verhandlungen mit Midea aufnehmen. Entscheidend wird sein, dass wir am Ende einen verbindlichen Vertrag in der Hand halten, der die Interessen unseres Unternehmens, unserer Aktionäre, Kunden und Mitarbeiter langfristig absichert", sagte Kuka-Chef Till Reuter. Unter anderem geht es um den Schutz der Arbeitsplätze, den Firmensitz und die Sicherheit sensibler Kundendaten. Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld strebt Kuka an, die sonst in solchen Verträgen übliche Absicherung für drei bis fünf Jahre deutlich auszudehnen.

Berichte über ein mögliches Gegenangebot von ABB wollte Kuka nicht kommentieren. Sollte es zu einem Angebot der Schweizer kommen, so werde es geprüft wie jedes andere auch, sagte eine Sprecherin. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte mehrfach klar gemacht, dass er es begrüßen würde, wenn es eine deutsche oder europäische Alternative zum Midea-Angebot gebe.

Größter Kuka-Anteilseigner ist bislang die Voith-Gruppe aus Baden-Württemberg mit 25,1 Prozent. "Voith wird das Angebot nun eingehend und sorgfältig prüfen. Sollte es Neuigkeiten geben, werden wir uns äußern", hieß es bei Voith.

Die IG Metall erklärte, Midea habe bereits im Mai Zugeständnisse für den Fall der Übernahme angekündigt. "Es muss jetzt darum gehen, diese Zugeständnisse festzuschreiben, um sicherzustellen, dass die Arbeitsplätze langfristig abgesichert, die Eigenständigkeit von Kuka bewahrt und das Know-how geschützt werden", sagte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Augsburg und Kuka-Aufsichtsratsvize Michael Leppek. Auch müssten Sorgen um die Datensicherheit ernstgenommen und entsprechende Vereinbarungen und Vorkehrungen getroffen werden. Man erwarte, dass im Rahmen der jetzt beginnenden Prüfungen entsprechende Garantien und Zusagen von Midea kämen, so Leppek.

Kuka hat China als größten Wachstumsmarkt für Roboter- und Automationstechnik schon länger im Blick und weitet seine Präsenz dort aus. Der Umsatz auf dem Markt soll sich bis 2020 auf eine Milliarde Euro mehr als verdoppeln.

dpa


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