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Rund 23 000 Menschen sind bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, alleine 9000 davon bei dem schweren Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres.

Rund 23 000 Menschen sind bei Naturkatastrophen ums Leben gekommen, alleine 9000 davon bei dem schweren Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres. © Narendra Shrestha

Versicherungen

Mehr Tote bei Naturkatastrophen

Deutlich mehr Tote aber geringere finanzielle Schäden - die Naturkatastrophen-Bilanz des vergangenen Jahres fällt gemischt aus. Vor allem das Erdbeben in Nepal brachte viel Leid über die Menschen in der Region.

München. Bei Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen und Hitzewellen sind im vergangenen Jahr deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als im Vorjahr.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re zählte rund 23 000 Todesopfer bei Naturkatastrophen, das sind etwa dreimal so viele wie im Vorjahr. Die schlimmsten Auswirkungen hatte das Erdbeben in Nepal im April vergangenen Jahres, bei dem alleine 9000 Menschen starben und eine halbe Million Menschen obdachlos wurden. Es richtete Schäden von insgesamt 4,8 Milliarden US-Dollar an.

In Europa litt vor allem Großbritannien zum Jahresende unter Stürmen und starkem Regen - zuletzt sorgte Sturm "Eva" in Yorkshire für starke Überschwemmungen. Die Gesamtschäden der Sturmserie könnten sich nach bisherigen Schätzungen auf deutlich mehr als zwei Milliarden Euro belaufen, erklärte der Rückversicherer. Zwar sei der Hochwasserschutz in den betroffenen Regionen in den vergangenen Jahren verstärkt worden, doch hätten die Maßnahmen für die Stürme nicht ausgereicht.

Insgesamt summierten sich die Naturkatastrophen-Schäden im vergangenen Jahr auf weltweit rund 90 Milliarden (Vorjahr: 110 Mrd) Dollar, das war der niedrigste Wert seit 2009. Rund 27 Milliarden Dollar der Schadensumme waren versichert. "2015 hatten wir, was die finanziellen Schäden angeht, auch Glück", erläuterte der Leiter der GeoRisikoForschung der Munich Re, Peter Höppe. "Starke tropische Wirbelstürme trafen - wenn überhaupt - oft nur in dünn besiedelten Regionen auf Land."

Während im Nordatlantik die Entstehung von schweren Stürmen durch das natürliche Klimaphänomen El Niño gedämpft wurde, habe das gleiche Phänomen im Nordostpazifik unter anderem wegen der damit höheren Wassertemperaturen die Entwicklung intensiver tropischer Wirbelstürme begünstigt, erläuterte Höppe. Häufig träfen in dieser Region Stürme nicht an Land - anders jedoch im Falle von Hurrikan Patricia: Er traf mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 340 Kilometer pro Stunde im Oktober im mexikanischen Bundesstaat Jalisco auf Land und war damit einer der stärksten bekannten Stürme weltweit überhaupt. Glücklicherweise sei die Region sehr dünn besiedelt und die Ausdehnung des Sturms relativ begrenzt gewesen, hieß es. Der Gesamtschaden belief sich auf mehr als eine halbe Milliarde Dollar.

Das verheerende Beben in Nepal mit einer Magnitude von 7,8 hatte sich am 25. April nordwestlich der Hauptstadt Kathmandu ereignet. Wie häufig in Entwicklungsländern sei von der Schadensumme nur ein Bruchteil versichert gewesen - nämlich in diesem Fall 210 Millionen der insgesamt 4,8 Milliarden Dollar, hieß es. Die Versicherungswirtschaft gehe inzwischen neue Wege, um die Versicherungslücke zu verkleinern und so die Menschen nach Katastrophen von materiellen Schäden entlasten zu können, erklärte Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek.

dpa


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