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Stada-Aufsichtsratschef Martin Abend: «Auf Dauer halten es wir im Sinne der Aktionäre für das Beste, eine Aktiengesellschaft im breiten Streubesitz langfristig orientierter Anleger zu bleiben.»

Stada-Aufsichtsratschef Martin Abend: «Auf Dauer halten es wir im Sinne der Aktionäre für das Beste, eine Aktiengesellschaft im breiten Streubesitz langfristig orientierter Anleger zu bleiben.» © Stada/Michael Dannenmann

Pharma

Machtkampf bei Stada - Aufsichtsratschef sieht sich vorn

Beim Pharma-Hersteller Stada tobt vor der Hauptversammlung ein Machtkampf. Nach dem Abgang des langjährigen Vorstandschefs will eine Aktionärsgruppe nun den Chef-Aufseher stürzen. Doch der wehrt sich.

Frankfurt/Main. Im Machtkampf um den Arzneimittelhersteller Stada glaubt Aufsichtsratschef Martin Abend an eine Mehrheit für seine Linie.

Im Gespräch mit den Großinvestoren habe er bessere Argumente als die Kritiker der Unternehmensführung, die seine Abwahl fordern, erklärte Abend im Interview mit den Nachrichtenagenturen dpa und dpa-AFX. "Mein Gefühl für das von uns vorgeschlagene Aufsichtsrats-Team ist ein sehr gutes. In den Gesprächen zeigt sich, dass viele Investoren dessen Qualifikation schätzen und an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens interessiert sind", sagte Abend. Bei der Hauptversammlung am kommenden Freitag (26. August) soll unter anderem über die Zukunft des Aufsichtsrates abgestimmt werden.

Nach Ansicht von Kritikern ist Stada in den vergangenen Jahren unter seinen Möglichkeiten geblieben und hat die Internationalisierung verschlafen. Der aktivistische Aktionär Active Ownership Capital (AOC) will das ändern und fordert eine komplette Neubesetzung der Kapitalseite des Aufsichtsrates. Abend will dagegen vier der sechs Mitglieder auswechseln, selber aber mit seinem Stellvertreter Carl Ferdinand Oetker im Amt bleiben.

Großinvestoren wie etwa die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank DWS, Alliance Global Investors (AGI) und Lupus Alpha hätten sich ihm gegenüber klar davon distanziert, mit AOC gemeinsam nach Gegenkandidaten für den Aufsichtsrat gesucht zu haben, sagte Abend.

Der aus der einstigen Genossenschaft "Standardpräparate Deutscher Apotheker" gewachsene M-Dax-Konzern müsse sich weiter internationalisieren und mehr Produkte anbieten, kündigte Abend an. Man sei kürzlich in den Kosmetikmarkt eingestiegen und plane, Botox-Präparate anbieten zu können. Zudem gelte es auch die Verbreitung der eigenen Markenartikel in Nord- und Südamerika sowie anderen Regionen zu prüfen. Die Akquisition des britischen Medikamentenherstellers Thornton and Ross in Großbritannien und der Einstieg in Südamerika seien hierfür gelungene Beispiele. Stada hatte zuletzt erhebliche Probleme in Russland und Osteuropa, die neben Deutschland die Kernmärkte darstellen.

Statt der sonst bei Stada-Hauptversammlungen üblichen 30 bis 35 Prozent erwarte er für den kommenden Freitag eine Aktienpräsenz von deutlich mehr als 50 Prozent, sagte Abend. "In der aktuellen Auseinandersetzung ist das Interesse ungewöhnlich groß." Auch Kleinaktionäre aus der Apotheker- und Ärzteschaft, die noch rund 10 Prozent der Stada-Aktien halten, werden sich seiner Einschätzung nach stärker einbringen.

Übersteht Abend den Abwahlantrag, will er wie gewählt bis 2018 bleiben. "Bis dahin wollen wir unsere Ziele erreicht haben, und dann müssen andere Köpfe übernehmen", sagt Abend, der dem Gremium seit 2009 vorsteht. Gemeinsam mit Oetker und den neuen Aufsichtsratsmitgliedern will er dann das Anforderungsprofil für den künftigen Aufsichtsratsvorsitz ab 2018 entwickeln. Bis dahin will Abend den Dialog mit den Aktionären verstärken.

Neuerungen stehen nach dem Ausstieg des langjährigen Vorstandschefs Hartmut Retzlaff in der Unternehmensführung an. Dabei spricht sich Abend klar dafür aus, den aktuellen Mann an der Stada-Spitze - Matthias Wiedenfels - auf dem Chef-Posten zu belassen. "Es steht dem nicht nur nichts entgegen, es spricht sogar alles dafür", sagt Abend. Der Vorstand soll auf vier ausgeweitet werden: Für Marketing und Vertrieb sowie für Technologie/Entwicklung sollen neue Manager hinzukommen.

dpa


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