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Die Maschinen der Lufthansa werden demnächst wieder am Boden bleiben. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Gespräche mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. Ein Streiktermin wird erst wieder einen Tag zuvor bekannt gegeben.

Die Maschinen der Lufthansa werden demnächst wieder am Boden bleiben. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Gespräche mit der Lufthansa für gescheitert erklärt. Ein Streiktermin wird erst wieder einen Tag zuvor bekannt gegeben. © Christoph Schmidt

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Lufthansa-Piloten drohen wieder mit Streik

Noch im Sommer sah es nach einer Einigung zwischen Lufthansa und ihren Piloten aus. Weil das Unternehmen aber nicht von seiner Billigstrategie abweichen will, schalten die Piloten wieder auf Streik-Modus.

Frankfurt/Main. Lufthansa-Passagiere müssen sich in den kommenden Wochen auf erneute Streiks der Piloten einstellen. Deren Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Gespräche mit dem Unternehmen für gescheitert erklärt. Damit seien Streiks nun wieder jederzeit möglich, so VC Sprecher Markus Wahl.

Wahl nannte aber keinen konkreten Streik-Termin. Es wäre der 13. Streik in dem laufenden Tarifkonflikt. Die Gewerkschaft will den neuerlichen Arbeitskampf wie bislang einen Tag zuvor ankündigen. In bislang zwölf Streikrunden seit April 2014 hat sie dem Unternehmen nach dessen Angaben mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt.

Nach Darstellung der VC hat die Lufthansa es in einem Spitzengespräch mit Vorstandschef Carsten Spohr abgelehnt, die geplante Verlagerung von Flugzeugen und Arbeitsplätzen ins Ausland für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen.

Dieser Verzicht sei aber eine der wesentlichen Bedingungen für die Aufnahme der Verhandlungen auch über andere Themen wie die Betriebs- und Übergangsrenten für rund 5400 Piloten von Lufthansa und Germanwings gewesen. "Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. "Es wird offensichtlich, dass dieser Konzernvorstand keine gemeinsamen Lösungen anstrebt."

Lufthansa hat angekündigt, Maschinen und Besatzungen von den deutschen Gesellschaften Germanwings und Lufthansa auf die vor wenigen Wochen gegründete Tochter "Eurowings Europe" mit Sitz in Wien zu übertragen. Dort gelten die Tarifverträge mit den deutschen Gewerkschaften nicht.

Die neue Gesellschaft soll Kern der Billigplattform Eurowings mit mehr als 100 Maschinen werden, mit der Lufthansa den europäischen Billiganbietern wie Ryanair und Easyjet begegnen will. Für die Pilotenjobs in der Airbus-Flotte gebe es bereits mehrere hundert Bewerbungen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Die VC hatte dem Unternehmen zuletzt nach eigenen Angaben Einsparmöglichkeiten in einem Volumen von rund 500 Millionen Euro angeboten. Neben einem späteren Eintritt in den Vorruhestand sollte innerhalb des Konzerntarifvertrags eine Tarifgruppe für Billigflieger eingeführt werden. "Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht", sagte Wahl.

Die Lufthansa bedauerte die erneute Streikdrohung. Man habe das Angebot nicht abgelehnt. Vielmehr sollten die einzelnen Themen in Arbeitsgruppen besprochen werden, zu denen man Terminvorschläge gemacht habe, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit. Der Abbruch durch die VC sei dann völlig überraschend gekommen.

Lufthansa appellierte an die Gewerkschaft, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. "Potenzielle Arbeitsniederlegungen der Piloten schaden nur den eigenen Kunden, dem Unternehmen und all seinen Mitarbeitern. Allein die Wettbewerber dürften sich darüber freuen."

Lufthansa-Chef Carsten Spohr verteidigte auf einer Veranstaltung in Wien den Kurs der Fluggesellschaft. "Ich hoffe, dass es zu keinen weiteren Streiks kommt. Aber wenn es notwendig ist, um die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa herzustellen, ist das ein Preis, den wir bezahlen müssen", sagte Spohr in einer ersten Reaktion.

Nach eigener Darstellung wolle die VC nun die Tarifthemen wieder einzeln angehen, nachdem die Gesamtlösung gescheitert sei. Offizieller Anlass des kommenden Arbeitskampfes wird daher erneut die offene Frage der Übergangsrenten sein.

dpa


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