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Die Bahn setzt in der Tarifrunde mit der Lokführergewerkschaft auf Zeitgewinn. Sie hat deshalb eine Einmalzahlung für die zweite Jahreshälfte angeboten. Doch die Gewerkschaft macht da nicht mit.

Die Bahn setzt in der Tarifrunde mit der Lokführergewerkschaft auf Zeitgewinn. Sie hat deshalb eine Einmalzahlung für die zweite Jahreshälfte angeboten. Doch die Gewerkschaft macht da nicht mit. © Boris Roessler

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Lokführergewerkschaft schließt Streiks nicht mehr aus

Die Tarifverhandlungen der Bahn mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stecken fest. Nach der ergebnislosen dritten Runde am Mittwoch schloss die GDL Streiks nicht mehr aus.

Frankfurt/Main. Der Verhandlungsstand solle aber zunächst in Ruhe in den Gremien bewertet werden.

"Wir werden nichts übers Knie brechen", sagte GDL-Sprecher Stefan Mousiol nach dem Treffen mit Bahn-Vertretern in Frankfurt. Es wurde kein neuer Verhandlungstermin vereinbart.

Die Bahn hatte zuvor eine Übergangsregelung vorgeschlagen. Das bundeseigene Unternehmen bot den rund 20 000 Lokführern für das zweite Halbjahr eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro an. "Bis zur Klärung der offenen Organisationsfragen im DB-Konzern" sollten die Tarifverhandlungen ausgesetzt werden, hieß es weiter. Die GDL bezeichnete das Angebot als Frechheit, "das ist nicht verhandelbar", sagte der Sprecher.

Nach wie vor ungeklärt sind die künftigen Spielregeln für Tarifverhandlungen zwischen Bahn, GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Umstritten ist, welche Gewerkschaft künftig für welche Berufsgruppen Tarifverträge aushandeln darf.

Die GDL beansprucht diesmal nicht nur für die Lokführer, sondern auch für das übrige Zugpersonal, rund 17 000 Beschäftigte, ein Verhandlungsmandat. Für sie alle fordert die Lokführergewerkschaft fünf Prozent mehr Lohn und zwei Stunden weniger Arbeitszeit pro Woche.

Personalvorstand Ulrich Weber sagte, die Bahn bleibe bei ihrem Grundsatz: "Ja zu fairen Einkommensentwicklungen für unsere Mitarbeiter, nein zu schädlicher Tarifkonkurrenz im DB-Konzern. Das Risiko von konkurrierenden Regelungen ist zu groß." Vor umfassenden Verhandlungen müsse es Klarheit geben über die künftige Geschäftsgrundlage. "Ich erwarte, dass beide Gewerkschaften noch zur Vernunft kommen und kurzfristig wieder in die Gespräche über einen Kooperationsvertrag einsteigen", fügte er hinzu.

dpa


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