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Hat im Abgas-Skandal weltweit den Zorn der Aufsichtsbehörden auf sich gezogen: Autobauer Volkswagen.

Hat im Abgas-Skandal weltweit den Zorn der Aufsichtsbehörden auf sich gezogen: Autobauer Volkswagen. © Jens Büttner

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Lange Werksferien für VW-Mitarbeiter

Die Folgen des Abgas-Skandals bei Volkswagen sind noch immer nicht voll und ganz bekannt, da gibt es neue Sorgen mit einer Software. Auch in Südkorea und den USA steigt der Druck. Verlängerte Werksferien gibt es für Mitarbeiter in den deutschen VW-Standorten.

Wolfsburg/Hannover. Mitten in der Abgas-Affäre schickt Volkswagen seine Mitarbeiter in den deutschen Werken in verlängerte Werksferien. Die Produktion wird dort zwischen dem 17. Dezember und dem 11. Januar 2016 zum Stillstand kommen

Generell sind die Werke in Zeiten ohne Nachfrage-Überhang zwischen Heiligabend und Neujahr geschlossen. Einzige Ausnahme in diesem Jahr ist aufgrund der Nachfrage und aktueller Vorbereitungen die neue Produktgeneration des Tiguan, der im Werk Wolfsburg bis einschließlich 18. Dezember produziert werden wird. Seine Produktion solle dann auch am 4. Januar wieder aufgenommen werden, teilte ein VW-Sprecher am Donnerstag mit.

Im Stammwerk in Wolfsburg sollen an den arbeitsfreien Tagen rund um Weihnachten und Silvester dann Umbau-und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Unterdessen ging am Donnerstag die Aufarbeitung des Abgas-Skandals unvermindert weiter. In Südkorea muss der Konzern wegen des Vorwurfs manipulierter Abgaswerte mehr als 125 000 Autos in die Werkstätten rufen. Nach eigenen Abgastests bei mehreren Modellen der Marken VW und Audi seit dem vergangenen Monat belegte das Umweltministerium in Seoul den deutschen Autobauer zudem mit einer Geldstrafe von 14,1 Milliarden Won (11,6 Millionen Euro).

Die Tests hätten ergeben, dass VW die Abgaswerte bei Fahrzeugen mit Dieselmotoren geschönt habe, teilte die Behörde mit. Volkswagen Korea muss demnach bis zum 6. Januar einen konkreten Rückrufplan für 125 522 Diesel-Fahrzeuge vorlegen. Betroffen sind Autos mit EA-189-Motoren, die vor allem zwischen 2008 und 2015 verkauft wurden, einschließlich des in Südkorea populären Tiguan.

Nach dem Bekanntwerden des Abgas-Skandals bei VW hatte Südkorea auch Sonderuntersuchungen bei den VW-Modellen Jetta, Golf und Beetle sowie des Audi A3 durchgeführt. Volkswagen hatte eingeräumt, mit Hilfe einer Software Abgastests manipuliert zu haben. Für den Umbau der weltweit bis zu 11 Millionen betroffenen EA-189-Motoren hat VW nach eigenen Angaben 6,7 Milliarden Euro zurückgelegt. Südkorea will die verschärften Untersuchungen auch auf andere Hersteller ausweiten und Diesel-Modelle von 16 Autobauern unter die Lupe nehmen.

In dem Skandal steigt indes der Druck auf den VW-Konzern in den USA nun auch bei größeren Dieselmotoren. Die kalifornische Umweltbehörde CARB teilte mit, sie habe Volkswagen, Audi und Porsche eine Frist von 45 Geschäftstagen gesetzt. In diesem Zeitraum müsse ein Rückrufplan für die betroffenen Fahrzeuge mit 3,0-Liter-Dieselmotoren eingereicht werden.

Die US-Umweltbehörde EPA erklärte, die Rückruf-Order beschränke sich formal zunächst noch auf Kalifornien. Bisher habe VW zur Beseitigung der Manipulationen aber noch keine Pläne unterbreitet, sagte eine EPA-Sprecherin.

Der VW-Konzern hatte eingeräumt, den US-Behörden seit 2009 in Zulassungsverfahren insgesamt drei Programme nicht offengelegt zu haben. Eines davon wird nach geltender US-Gesetzgebung als verbotene Software zur Manipulation von Abgas-Messwerten betrachtet.

Betroffen sind mehr als 85 000 Fahrzeuge, davon rund 15 000 in Kalifornien. Zudem hat VW in den USA bei mehr als 480 000 Autos mit kleineren 2,0-Liter-Dieselmotoren getrickst. Mitte September hatte Volkswagen eingeräumt, weltweit elf Millionen Dieselfahrzeuge mit verbotenen Software-Programmen ausgestattet zu haben.

Neben dem Abgas-Skandal muss sich Volkswagen nun auch um Probleme mit einer Software befassen, die für das Aufladen der Autobatterie zuständig ist und Kraftstoff sparen soll. Ein VW-Sprecher bestätigte entsprechende Informationen der Zeitung "Die Welt". Betroffen seien alle neueren Modelle mit Verbrennungsmotoren, die im Konzern ab der 22. Kalenderwoche gebaut wurden. Unter bestimmten Umständen funktioniert dabei die sogenannte Rekuperation nicht - das Aufladen der Batterie durch die beim Rollen gewonnene Energie. Sie entlastet die Lichtmaschine, deren Einsatz die Motorleistung reduziert.

"Das Thema ist allerdings nicht kundenrelevant", meinte der Sprecher. Erst in sechs bis sieben Jahren, wenn die Batterie der Neuwagen schwächeln sollte und bei eingeschalteter Zündung extern per Ladekabel aufgeladen werden muss, würde sich das Problem durch den Software-Fehler zeigen. Allerdings nur bei der einen Fahrt bis zum erneuten Aus- und Einschalten der Zündung. Nach VW-Angaben soll im Gespräch mit dem Kraftfahrt-Bundesamt geklärt werden, ob die Software im Rahmen einer normalen Pkw-Inspektion ausgetauscht werden kann.

dpa


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