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Midea aus China will den deutschen Roboterbauer Kuka übernehmen.

Midea aus China will den deutschen Roboterbauer Kuka übernehmen. © Julian Stratenschulte

Maschinenbau

Kuka will Standort-Zusagen von chinesischem Investor

Der Einstieg des chinesischen Investors Midea beim bayerischen Roboterhersteller Kuka sorgt seit Wochen für Wirbel. Nun verlangt Kuka von den Chinesen langfristige Garantien. Und vielleicht kommt bald auch noch der Schweizer ABB-Konzern ins Spiel.

Augsburg. Der Roboterbauer Kuka pocht in den Übernahme-Verhandlungen mit dem chinesischen Midea-Konzern auf langfristige Arbeitsplatz- und Standortzusagen. Derzeit liege in den Gesprächen das Hauptaugenmerk auf einer Investorenvereinbarung mit einer langen Laufzeit, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Aufsichtsratskreisen.

Das Kontrollgremium hatte am Dienstag getagt. Dabei seien in einer "sehr ruhigen und konstruktiven Atmosphäre" alle Beschlüsse zum weiteren Vorgehen beim Midea-Angebot einstimmig gefasst worden.

Kuka-Chef Till Reuter informierte die Aufsichtsräte über den aktuellen Stand der Gespräche mit dem chinesischen Haushaltsgeräte- und Klimaanlagen-Hersteller. Diese verliefen "intensiv, aber konstruktiv", hieß es in Aufsichtsratskreisen weiter.

Midea hatte vor rund einem Monat angekündigt, mehr als 30 Prozent an dem Augsburger Unternehmen übernehmen zu wollen, bietet 115 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen somit mit knapp 4,6 Milliarden Euro. Es wird damit gerechnet, dass das Kuka-Management bis Ende des Monats eine Empfehlung an die Aktionäre abgibt.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" (Mittwoch) gibt es Kritik im Aufsichtsrat an Vorstandschef Reuter, weil er bereits vor der Offerte Kontakt mit Midea gehabt habe. Kuka bestätigte am Mittwoch, dass mit Midea im Vorfeld eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet worden sei. Hintergrund sei, dass die Chinesen im Februar die Zehn-Prozent-Schwelle überschritten und angekündigt hatten, weitere Aktien zu kaufen und eine Vertretung im Aufsichtsrat anzustreben.

In einer solchen Situation seien kartellrechtliche und andere regulatorische Prüfungen eventuell geboten, für die Informationen benötigt worden seien, sagte Kuka-Sprecherin Katrin Stuber-Koeppe. Eine solche Vereinbarung sei Routine und auch in anderen Fällen Usus.

Nach dem Zeitungsbericht hat Midea offenbar Pläne des bisherigen Kuka-Großaktionärs, der Voith-Gruppe aus Baden-Württemberg, durchkreuzt, mit einem Konsortium selbst die Kontrolle über Kuka zu übernehmen. Ein Voith-Sprecher wollte dies allerdings nicht kommentieren. Voith hält 25,1 Prozent und kann damit wichtige Entscheidungen in der Hauptversammlung blockieren.

Unklarheit herrscht auch weiterhin über einen möglichen Einstieg des schweizerischen Industriekonzerns ABB bei Kuka. Das "Wall Street Journal" hatte vergangene Woche berichtet, dass eine Gegenofferte der Schweizer möglich sei. Spekulationen gibt es auch darüber, dass ABB als Co-Investor von Midea bei Kuka einsteigen und dann einen Teil der Papiere der Chinesen übernehmen könnte, wenn diese beispielsweise deutlich mehr als 50 Prozent der Aktien erhalten. Aus Verhandlungskreisen verlautete nun, die Gespräche über einen möglichen Einstieg von ABB seien fortgeschritten.

dpa


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