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Konzernchef Stephan Fanderl sprach mit der Deutschen Presse-Agentur.

Konzernchef Stephan Fanderl sprach mit der Deutschen Presse-Agentur. © Rolf Vennenbernd

Handel

Karstadt will Mitarbeitern Weihnachtsgeld zahlen

Karstadt-Chef Fanderl spricht von einem guten Start ins wichtige Weihnachtsquartal. Auch die harten Sanierungsmaßnahmen in den Warenhäusern zeigen inzwischen Wirkung. Jetzt nimmt der Manager die Lebensmittelabteilungen ins Visier.

Essen (dpa) - Bei Karstadt laufen die Geschäfte besser als erwartet. Deshalb will die Warenhauskette den rund 14 000 Mitarbeitern nun doch Weihnachtsgeld zahlen, wie Konzernchef Stephan Fanderl in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur ankündigte.

Der Manager betonte, Karstadt wolle den Mitarbeiter damit auch für ihre Leistung danken.

Bei der Gewerkschaft Verdi stieß die Ankündigung allerdings nur auf gedämpfte Begeisterung. "Das ist jetzt ein kleiner Schritt. Er ist wichtig für die Beschäftigten. Doch was zählt ist die Rückkehr in die Tarifbindung", sagte Verdi-Sprecherin Eva Völpel. Karstadt war vor zwei Jahren aus der Tarifbindung ausgeschieden. Verhandlungen über eine Rückkehr blieben bislang ohne Erfolg.

Der Start ins wichtige Weihnachtsquartal sei gut verlaufen, betonte der Karstadt-Chef. Auch die Sanierungsbemühungen der vergangenen zwölf Monate zeigten inzwischen sichtbare Erfolge. Karstadt habe sogar mehr geschafft als geplant. "Wir verdienen an der Ladenkasse wieder Geld", sagte Fanderl. "Das war viele Jahre nicht der Fall."

Operativ habe Karstadt im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives zweistelliges Millionenergebnis erzielt. Unter dem Strich hätten allerdings noch einmal rote Zahlen gestanden. Ziel sei es, "im kommenden Jahr auch unter dem Strich ausgeglichen abzuschließen". Der Umsatz sei zuletzt "moderat" zurückgegangen.

Nach der weit fortgeschrittenen Sanierung der Warenhäuser will der Konzern jetzt auch die Lebensmittel-Abteilungen neu aufstellen. Perfetto, das Gemeinschaftsunternehmen mit Rewe, sei ein Sanierungsfall. "Wir werden hier künftig rund 35 bis 40 von heute noch 43 Standorten profitabel weiterbetreiben", kündigte Fanderl an.

Im übrigen setzt der Konzern auf eine verstärkte Regionalisierung seiner Häuser, um die Geschäfts zu verbessern. "Ich glaube, unsere Chancen in den jeweiligen Innenstädten definieren sich durch das Umfeld. Von Schreibwaren bis zu Elektrogeräten müssen wir in der Lage sein, das richtige Angebot zu bieten. Wenn im Umkreis zum Beispiel kein starker Schreibwarenhändler sitzt, dann müssen wir diese Kategorie verstärken", sagte Fanderl. Aus dem 16 Millionen Artikel umfassenden Gesamtangebot wolle Karstadt für jedes Haus ein eigenes Sortiment entwickeln.

Karstadt habe sich in der Vergangenheit aus zu vielen Warengruppen verabschiedet, meinte der Manager und kündigte an: "Diese verlorene Kompetenz werden wir zurückgewinnen - auch mit weiteren starken Partnerschaften."

dpa


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