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Deutsche Urlauber können ihre Türkei-Reise aufgrund des verschärften Reisehinweises nicht kostenlos stornieren.

Deutsche Urlauber können ihre Türkei-Reise aufgrund des verschärften Reisehinweises nicht kostenlos stornieren.
 © dpa

Verschärfter Reisehinweis

Kann ich meinen Türkei-Urlaub jetzt kostenlos stornieren?

Am Donnerstag hat Außenminister Sigmar Gabriel die Deutschen vor Reisen in die Türkei gewarnt. Welche Auswirkungen das auf deutsche Urlauber hat, lesen Sie hier.

Kempten.  Der verschärfte Reisehinweis des Auswärtigen Amtes für die Türkei berechtigt in der Regel nicht zum kostenlosen Umbuchen oder Stornieren von gebuchten Urlaubsreisen in das Land. „Ein Pauschalreisender kann den Reisevertrag bei erheblicher Gefährdung seiner Person durch höhere Gewalt kostenlos kündigen“, erklärt der Reiserechtsexperte Ernst Führich aus Kempten. Höhere Gewalt liege aber nicht vor. „Ohne eine Reisewarnung muss ein Urlauber selbst beweisen, dass er in der Türkei persönlich erheblich gefährdet ist.“

Denkbar sind hier Gefahren, die entweder die Reisedurchführung oder die Person selbst betreffen - etwa eine willkürliche Festsetzung durch die türkischen Behörden, auf die nun auch das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen explizit hinweist. Im Streitfall zwischen Urlauber und Veranstalter muss ein Gericht entscheiden. Nach Ansicht von Führich dürften Richter allenfalls bei bestimmten Berufsgruppen wie Journalisten eine Gefährdung bestätigen, nicht aber beim durchschnittlichen Pauschalurlauber.

Reguläre Storno- und Umbuchungsgebühren gelten

Auch der Deutsche Reiseverband weist darauf hin, dass für Türkei-Urlauber weiterhin die regulären Storno- und Umbuchungsgebühren gelten. Reisen in die Türkei fänden wie gebucht statt. Die Reiseveranstalter hätten die Entwicklung aber ständig im Blick und stünden im engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt.

Dieses hatte seine Reisehinweise für die Türkei am Donnerstag geändert und dort auf die „freiheitsentziehenden Maßnahmen“ verwiesen, von denen Deutsche in einigen Fällen betroffen gewesen seien. Es rät in diesem Zusammenhang zu „erhöhter Vorsicht“.

Von RND/dpa

Kempten

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