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Erstmals seit zwei Jahren senkt Tchibo die Kaffeepreise.

Erstmals seit zwei Jahren senkt Tchibo die Kaffeepreise. © Patrick Seeger

Getränke

Kaffeepreise kommen ins Rutschen

Deutschlands führender Kaffeekonzern Tchibo setzt den Rotstift an. Begründet wird der Schritt mit der Entspannung der Lage auf den Rohkaffeemärkten. Doch auch der Wettbewerb könnte eine Rolle spielen.

Hamburg. Die Kaffeepreise in Deutschland geraten ins Rutschen. Der führende deutsche Kaffeekonzern Tchibo kündigte erstmals seit zwei Jahren Preisesenkungen an. Die Lage auf den Rohkaffeemärkten habe sich entspannt, erklärte das Unternehmen am Freitag in Hamburg.

Ab kommenden Montag werden demnach Tchibo-Sorten wie Feine Milde oder Privatkaffee um 30 Cent je Pfund günstiger angeboten. Feine Milde kostet dann in den Tchibo-Filialen zum Beispiel 5,69 Euro. Espresso verbilligt sich um einen Euro je Kilo.

Die befürchtete Dürre in Brasilien - dem wichtigsten Anbauland für Kaffee weltweit - sei ausgeblieben, begründete ein Tchibo-Sprecher den Schritt. Mit der Preissenkung löse das Unternehmen das Versprechen aus dem Frühjahr ein, die Preise zu reduzieren, sobald die Entwicklung an den Rohkaffeemärkten dies zulasse. Damals hatte Tchibo die Kaffeepreise noch um 20 bis 30 Cent pro Pfund angehoben und dies mit dem hohen Dollarkurs begründet.

Nach Angaben der International Coffee Organization (ICO) sind die Kaffeepreise bereits seit Ende vergangenen Jahres auf Talfahrt. Dazu trage nicht zuletzt die Schwäche der brasilianischen Währung bei. Auch die Sorgen über Produktionsengpässe hätten sich weitgehend gelegt, betonte die ICO.

Doch könnte auch der harte Wettbewerb auf dem deutschen Kaffeemarkt eine Rolle spielen. Durch die Fusion der beiden Unternehmen Mondelez und D.E. Master Blenders zum Kaffeeriesen Jacobs Douwe Egberts (JDE) hat Tchibo auf dem Heimatmarkt einen Konkurrenten bekommen, der nur wenig kleiner ist, als der Hamburger Marktführer.

Tchibo selbst musste 2014 Rückgänge bei Umsatz und Gewinn hinnehmen und begründete dies mit einem schwächeren Gebrauchsartikelgeschäft, Umsatzrückgängen in den Filialen sowie Einbußen im Osteuropa-Geschäft. Der Frequenzrückgang in den Filialen habe durch das Online-Geschäft - trotz Wachstums - noch nicht ausgeglichen werden können.

dpa


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